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Wo geht es hier eigentlich um die Kinder? | kinder-verstehen.de

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Webseite von Herbert Renz-Polster zur kindlichen Entwicklung, Pädagogik und Erziehung. Informationen rund um die kindliche Entwicklung, die kindliche Gesundheit sowie zu Erziehungsfragen. Fragen zum Schlafen, zum Essen, zum Stillen oder zur Förderung und Bildung der Kinder.

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Kategorie : Linkbuch > Familie und Kinder

Kinder wachsen in “Sprüngen” – Oje, ich zweifle!

- 21-09-2022

Das Schöne an der Wissenschaft ist, dass sie Spaß macht. Mir jedenfalls. Und so schaue ich mir immer einmal wieder die Behauptungen an, die da den Eltern vorgesetzt werden: Wo kommen die her? Auf welche „Wissenschaft“ gründen die sich?

So zuletzt auch das Konzept der „Sprünge“. Heute ganz klar Teil der gängigen Elternschaftsfolklore. Auf Hunderten von Webseiten beschrieben und abgefeiert (die folgende Grafik habe ich hier gefunden; sie ist so lächerlich, dass ich hoffe, man kann sie nicht richtig lesen, aber angeblich geht so "baby know how".)

Die Wissenschaft hat festgestellt

Angeblich sind zumindest die Zeitangaben in dieser Tabelle keineswegs aus der Luft gegriffen. Sie beruhen nämlich auf: wissenschaftlichen Studien! Und es gibt sogar ein Buch dazu! Die kindliche Entwicklung, so hat das niederländische Psychologen-Ehepaar Hedwig H.C. Van De Rijt-Plooij und Frans X. Plooij bei ihren Arbeiten herausgefunden, verlaufe nämlich in Sprüngen, die etwa eine Woche dauern - manchmal auch etwas länger. Und diese “Sprünge” passierten bei den Kindern alle in etwa zur gleichen Zeit! Der erste Wachstumsschub beginnt mit der 5. Woche, der zweite mit der 8. Woche, dann geht es weiter in Woche 12, 19, 26, 37, 46 und

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Die Ursache des Plötzlichen Kindstods gefunden?

- 12-09-2022

Die Ausgangslage: Im Juni 2022 erschien eine Studie zum Plötzlichen Kindstod mit dem Titel „Butyrylcholinesterase is a potential biomarker for Sudden Infant Death Syndrome“. Also: Butyrylcholinesterase ist ein möglicher Biomarker für Sudden Infant Death Syndrome.“ Biomarker, das sind messbare biologische Merkmale, denen damit auch ein Vorhersagewert zukommen kann. Tatsächlich schrieben die Autor*innen dazu das:

„This finding represents the possibility for the identification of infants at risk for SIDS infants prior to death.“

Also: mit ihrem Verfahren liessen sich vielleicht Babys bereits vor ihrem SIDS-Tod identifizieren!

Von da war es nur ein kleiner Schritt zu euphorischen Meldungen in der Presse, die oft den Tenor annahmen: Das Rätsel des Plötzlichen Kindstods sei gelöst, endlich!

Und natürlich griffen sie auch die Interpretation der Studienautoren auf: Man könne bestimmt bald schon die zukünftigen Opfer durch einen Test erkennen!

Mit beigetragen zu der großen Resonanz der Studie dürfte auch die damit zusammenhängende Geschichte gespielt haben – die Presse liebt (und lebt) schließlich von Geschichten! Die Erstautorin nämlich hat selbst ein Kind „an

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Kinder verstehen: Anmerkungen

- 30-06-2022

Anmerkungen filtern:

jQuery(document).ready(function($) { // $('.filter-footnotes').keypress(function(e) { // only numbers var x = event.charCode || event.keyCode; if (isNaN(String.fromCharCode(e.which)) && x!=46 || x===32 || x===13 ) { e.preventDefault(); } }); // $('.clear-filter').click(function(e) { //window.getSelection().removeAllRanges(); $('.filter-footnotes').val("").trigger('input'); }); // $('.filter-footnotes').on('input',function(e) { console.log("tw"); $(".kv-anmerkung").show(); $(".kv-anmerkung:not([id^='kv-anmerkung-" + $('.filter-footnotes').val() + "'])").hide(); if($('.filter-footnotes').val()) { $('.clear-filter').css({'display':'inline-block'}); } else { $('.clear-filter').hide(); } }); // $('.filter-footnotes').keydown(function (event) { let keyPressed = event.keyCode || event.which; if (keyPressed === 13) { $(this).blur(); } }); }); 1 In der Natur soll der »Lockstoff Zucker« das Gegessenwerden der Früchte fördern – schließlich sorgen die Konsumenten für die Verbreitung der Pflanzensamen, die sie etwa über ihren Stuhlgang im weiteren Umfeld verbreiten. Da wundert nicht, dass viele Raubtiere wie etwa Seelöwen und Seebären, deren natürliche Ernährung nicht aus Beeren und Früchten, sondern ausschließlich aus Fleisch besteht, keine Geschmacksrezeptoren für Süßes ausbilden. Dass dagegen Allesfresser (wie etwa Bären)

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Platter Hinterkopf beim Baby – alles nur lagerungsbedingt?

- 28-04-2022

Wenn Säuglinge mit einem abgeplatteten Hinterkopf auffallen, dann kann das mehrere Ursachen haben. Sie können zum Beispiel damit geboren sein, etwa weil es im Mutterleib zu eng war (etwa wegen zu wenig Fruchtwasser oder einem Mitbewohner, z.B. Zwilling). Oder eine ungewöhnliche Schädelform entwickelt sich, weil sich die Nähte zwischen den Schädelplatten an manchen Stellen zu rasch verschließen (der menschliche Schädel besteht tatsächlich aus einzelnen aneinander gefügten Platten, schließlich muss der Schädel ja mitwachsen können, das Gehirn verdreifacht nämlich sein Volumen innerhalb der ersten drei Lebensjahre). Oder der Säugling leidet unter Rachitis und hat deshalb einen leichter verformbaren Schädel (auch sehr früh geborene Kinder neigen dazu). Oder ein Säugling leidet unter Muskelschwäche und liegt deshalb in der immer gleichen Position. Ähnliches kann passieren, wenn ein krankhafter Schiefhals vorliegt, der Schädel wird dann auch in eine fixierte Position gezogen.

Die lagerungsbedingte Schädelabplattung

All diese Formen sind aber selten. Sehr häufig dagegen ist die ohne zunächst ersichtlichen Grund bei gesunden Kindern in den ersten Lebensmonaten entstehende Form der Schädelverformung. Sie wird als lagerungsbedingte Abplattung (= lagerungsbedingte Plagiocephalie bzw., falls der Schädel dadurch breiter als lang wird auch Brachycephalie).

Diese Form der Abplattung wird meist erst nach den ersten Lebenswochen sichtbar und

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Von Ängsten und von Glück – Seelenfutter für Kinder

- 08-03-2022

Ich habe mir für heute vorgenommen Jaron vorzustellen. Und Lotte. Und das Angstmonster.

Einfach, weil ich mir dachte, wenn ich jetzt Kind wäre, eins, das vielleicht die erste Klasse nur über Zoom besucht hat und einfach so einen riesen Respekt vor der Welt dort draußen entwickelt hat … Also wenn ich so ein Kind wäre, da dachte ich, dass ich dann gerne abends mit meinen Eltern im Bett läge und die Welt aus einer ganz anderen Perspektive erleben würde.

Aus der Perspektive einer für die Kinder stimmigen Welt. Einer gebenden Welt, einer schützenden Welt. Einer Welt, in der Konflikte gut ausgehen. Dazu gibt es eine eigene Welt von Kinderbüchern. Noch immer sind mir da die Bücher von Astrid Lindgren sehr nahe. Ihr habt sicher viele andere tolle Bücher im Regal. Oder auch auf dem Tablet. Wichtig finde ich, dass wir uns jetzt die Zeit nehmen zum gemeinsam lesen oder schauen.

Einge Kinderbücher, die ich zuletzt kennengelernt habe, sind solche Eintauch-Bücher. Weil sie Text und Bild stimmig zusammenbringen und die Perspektive von Tieren einnehmen, auf der Suche nach Antworten. Also Tieren, die wie meine Freunde sind, meine Lehrerin, mein Vater. Auch vielleicht wie die bösen Jungs sind, von

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Kind sein heute – Was können wir aus der Krise lernen?

- 14-02-2022

Es dürfte so langsam an der Zeit sein, diese Frage zu stellen. Auch wenn mir klar ist, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist, und da noch ein Rattenschwanz an Ereignissen hinterher kommen wird.

Etwa die jetzt tatsächlich zum Teil noch “nachzuholenden” Infektionskrankheiten bei den Kindern, also der übliche winterliche Husten, Schnupfen, Fieber, Durchfall. Nur eben mehr davon. Mit allem, was das dann für die Kitas, Schulen und Familien bedeutet … Die Pandemie wird aber auch durch die zum Teil doch erheblichen Krankheitsfolgen nachwirken. Nicht nur bei denen, die schwer an Corona erkrankt waren und sich nicht mehr davon erholen. Sondern auch bei vielen eher mild erkrankten, deren Immunsystem einfach weiter arbeitet und ihnen die Kraft zu einem normalen Leben nimmt. Ich rede von Long Covid. Ich bin überzeugt, dass diese Welle der Pandemie uns über Jahre beschäftigen wird. Und natürlich wird der gesellschaftliche Stress das seine tun, der zwischen uns geraten ist. Der Zorn, das Gefühl untergebuttert zu werden, das sich bei manchen verstärkt hat. Viele sind an ihre Grenzen gekommen, nicht wenige suchen jetzt nach Schuldigen. Das wird uns noch lange beschäftigen. Denn natürlich wurden Fehler gemacht, nicht wenige. Waren die vermeidbar? Manche, ja. Gleichzeitig aber besteht so eine Krise aus einer Abfolge von Zumutungen – Entscheidungen müssen getroffen werden, oft unter Druck und in schlechter Sicht. Und egal welche man trifft, sie tun weh. Und manche...

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Long Covid bei Kindern – wie hoch ist das Risiko?

- 30-01-2022

Ihr Fazit: Nur etwa 0,8% der 6 bis 17-jährigen Kinder hätten nach einer SARS-CoV-2 Infektion mit Long Covid zu rechnen. Zudem hielten die Symptome überwiegend nicht länger als 4 Wochen an. Die Autoren schlussfolgern:

Long COVID in children is rare and mainly of short duration.

Also: Long Covid bei Kindern ist selten und zudem meist von kurzer Dauer.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Schauen wir uns die Studie deshalb genauer an.

Nun werden manche LeserInnen, die sonst wenig mit wissenschaftlichen Arbeiten zu tun haben, vielleicht fragen: Ist das überhaupt nötig, das ist doch eine begutachtete Studie. Und sie ist in einem reputablen wissenschaftlichen Journal erschienen, hier: dem European Journal of Pediatrics.

Das stimmt. Allerdings muss man dazu wissen, dass auch die Begutachtung und Veröffentlichung nicht davor schützt, dass problematische Studien veröffentlicht werden. Jüngstes Beispiel: eine Studie zu den Auswirkungen des Maskentragens bei Kindern, die nichts anderes war als frei zusammengequirlter Unsinn. Gemerkt haben es die Herausgeber erst nachdem einige Leser (darunter auch ich) durch Briefe an die Herausgeber auf die Probleme aufmerksam gemacht haben. Ähnlich bei einer anderen Studie ...

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Beim Pelzig auf der Bank

- 08-12-2021

Erziehung prägt Gesinnung. Vielleicht klingt der Titel meines letzten Buches ein bisschen nüchtern. Der Pelzig hat daraus das Wichtigste destilliert:

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Sollen wir die Kinder impfen? (Letzter Teil)

- 22-11-2021

Zuletzt hat sich tatsächlich Dr. Richard David Precht auch zu dieser Frage zu Wort gemeldet. Und hat gleich gezeigt, wie kompliziert das Thema in Wirklichkeit ist.

Bei den Kinder-Impfungen auf einmal alles in Schwarz-Weiß

Die wohl eindrücklichste Beobachtung in dieser Pandemie ist für mich die gewesen: Dass immer alles entweder als schwarz angesehen wird, oder aber als weiß. Richtig oder falsch. Gut oder schlecht. Keine Zwischentöne, keine Abwägungen.

Deshalb fallen die Dominosteine praktisch immer in die gleiche Richtung. Die inzwischen vielen Tausend Kommentare zu Coronathemen auf diesem Blog sind ein Beispiel dafür: Lehnt jemand die Impfungen ab, kommt als nächstes garantiert der Hinweis, Corona sei nur eine Grippe. Und Long Covid bestenfalls „umstritten“. Alles wird zu einem stimmigen Paket geschnürt. Und damit der Knoten auch stramm sitzt, kommt dann meist noch der Hinweis auf irgendeine Gemeinheit, die da im Gange ist: Jemand will hier Böses tun!

Dasselbe gilt aber auch auf der anderen Seite: Wer Corona als große Gefahr sieht, findet die Impfungen dann meist so richtig super. Die Nebenwirkungen: nicht der Rede wert. Und Einwände dagegen: eine Zumutung. Und die Impfmuffel? Alles Idioten.

Und jedes der Rudel neigt zu ziemlich radikalen Meinungen über die andere Seite.

Übt jetzt auch Herr Precht das Päckle-Schnüren ?

Offenbar kann sich dem selbst Deutschlands bekanntester Denker, Dr. Richard David

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Jetzt alle impfen ? Von Joshua Kimmich und den Nagelsmännern

- 03-11-2021

Jetzt ist also Joshua Kimmich dran. Er will auf einen anderen Impfstoff warten, ich glaube er redet von einem Totimpfstoff. Also old school: Virus abtöten und die Bestandteile spritzen, ein solcher Impfstoff könnte tatsächlich ja bald schon zugelassen werden.  Dann steht vielleicht bald das ganze Bayern-Team geimpft auf dem Rasen.

Der Kimmich-Aufreger

Seit er sich als ungeimpft geoutet hat, wird der gute Kimmich, der immer so konzentriert guckt, egal ob er einen Ball tritt oder nicht, mit strenger Mine belehrt (die Rolle ist auf Prof. Lauterbach perfekt zugeschnitten, den ich übrigens für seine warnende und vorsichtige Position schätze, ich würde ihm auf jeden Fall in jedem Film die (Ober)Lehrer-Rolle geben). Es heisst dann: das ist schlecht von Dir, Joshi, denn wenn wir nicht möglichst viele Menschen impfen, kommt bald die nächste Welle. Du als Vorbild solltest aber ein Wellenbrecher sein, so wie auf dem Fußballplatz. Ab in die Ecke mit Dir!

Nur, stimmt das Argument? Dass es nicht ganz so einfach ist, zeigt fast zeitgleich (bei den Bayern stimmt die Koordinierung einfach immer perfekt) Kimmichs Trainer, Julian Nagelsmann. Er ist ja auch im Fußball der Mann fürs Kleingedruckte, und jetzt liest er uns nebenbei auch das Kleingedruckte

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Gegen Einsamkeit und Angst hilft kein Nachhilfeunterricht – ein Gastbeitrag von Claus Koch

- 25-10-2021

Mirko hat Angst, Nils sieht die Welt wie durch eine Scheibe

Mirko hat Angst. Doch was kann man tun, wenn wie bei Mirko die Angst über die Pandemie hinaus bleibt und sich sogar verstärkt hat? Nida, bislang eine eifrige Schülerin, verstummt in der Schule. Eske fühlt sich einsam und verlassen, Ayla hat verlernt, mit anderen Kindern zu spielen. Esther will sterben, weil ihre Schulleistungen, auf die ihre bisher so stolz waren, für ein Einser-Abitur nicht mehr ausreichen. Nils, der gerade sein Studium begonnen hat, sieht die Welt plötzlich wie durch eine Scheibe und bekommt Panikattacken. Und Marie will nicht mehr in den Kindergarten gehen, aus Angst, ein anderes Kind angesteckt zu haben.

Alle diese Kinder und Jugendliche, mit denen wir vor dem Schreiben unseres Buches „Corona in der Seele. Was Kindern und Jugendlichen wirklich hilft“ gesprochen haben, denen wir in Kitas, in Schulen und in therapeutischen Situationen begegnet sind, leiden ganz unterschiedlich unter den Folgen von Corona. Wie unter einem Brennglas hat die Pandemie bei ihnen etwas sichtbar werden lassen, was bei vielen von ihnen in ihrer jeweiligen Vorgeschichte schon angelegt war und jetzt umso deutlicher seinen Ausdruck fand: das Gefühl, einsam, unverstanden und isoliert zu sein, von niemandem mehr beachtet zu werden, was zu Traurigkeit

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Jetzt die Kinder impfen? (Teil 3)

- 13-10-2021

Und es ist inzwischen noch spannender geworden. Wieder stehen wir vor einem Winter, in dem die Schulfrage ungelöst ist: Wie soll es da weiter gehen? Sowohl die Gesellschaft als auch die Elternschaft sind hier gespalten. Die einen sagen: Lasset die Kindlein in die Schule gehen und wehret ihnen nicht. Also: Lasst uns zurück zu einer möglichst normalen Schule gehen, ohne Masken, ohne Abstand...

Vielleicht aber mit ein bisschen Lüften? Vielleicht auch mit einem Testprogramm, das infizierte Kinder erkennt? Nur, was tut man bei einem Infektionsfall mit den anderen Kindern? Die ganze Klasse nach Hause schicken? Nur die Sitznachbarn? Und wenn ja, wie lange...? Wieder andere sagen: die Masken müssen bleiben, die verhindern nun mal Infektionen. Und: alle LehrerInnen und ErzieherInnen müssen geimpft sein - schließlich schützt auch das mein Kind... Eine Impfpflicht für ErzieherInnen und LehrerInnen? Willkommen in einer heißen Diskussion.

Einige Hoffnungen haben sich zerschlagen

Immerhin sind inzwischen ein paar Eckpunkte klar, und sie enthalten  leider nicht nur frohe Botschaften:

SARS-CoV-2 wird sich weiter ausbreiten, dieses Virus wird auch durch ein noch so engagiertes Impfprogramm nicht zu stoppen sein. Die schöne Erzählung von der "Herdenimmunität" ist von der Realität überschrieben worden: SARS-CoV-2 wird endemisch werden (in welcher genetischen Verfassung auch immer) und in (saisonalen?) Wellen weiter zirkulieren. Innerhalb von...

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Der Fall Winterhoff – ist Dr. Winterhoff unantastbar?

- 02-09-2021

Man könnte die Recherche zum "System Winterhoff" eine Erfolgsgeschichte nennen. Und das ist sie auch:

mehrere Strafanzeigen wurden gegen Dr. Winterhoff gestellt, unter anderem erfolgte ein Klage im Namen mutmaßlicher Opfer wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung und der schweren Körperverletzung. Zivilrechtliche Klagen auf Schmerzensgeld und Schadensersatz dürften folgen auch der Klage von Jana Stevens, einer der Protagonistinnen in dem Film  steht durch große Spendenbereitschaft (und dem Einsatz von - unter anderen - Inke Hummel) nichts mehr im Weg "Erste" Jugendämter haben die Zusammenarbeit mit Dr. Winterhoff aufgekündigt (ob dann irgendwann auch das "letzte" Jugendamt nachzieht? Dazu gleich mehr) die Ärztekammer Nordrhein "prüft" ein berufsrechtliches Vorgehen gegen Dr. Winterhoff die Familienministerien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben eine umfangreiche Untersuchung der Vorgänge rund um den Fall W. angekündigt Veranstaltungen, zu denen Dr. Winterhoff als Top-Experte geladen war, finden nun ohne ihn statt der Fernseh-Film hat so viel Resonanz gefunden, dass er bereits wiederholt wurde. durch das Bekanntwerden der mutmaßlich ...

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Das „System Winterhoff“ ist kollabiert. Und das System dahinter?

- 10-08-2021

Als erstes will ich mich bei den Betroffenen der Recherche über das Werk des Dr. Winterhoff bedanken. Für ihren riesengroßen Mut und ihre Zivilcourage gegen Dr. Winterhoff auszusagen. Hut ab, wirklich, mein tief empfundener Respekt vor Ihnen als Persönlichkeiten, allesamt. Sie haben Ihre Menschlichkeit und Ehrlichkeit gegen ein System des Machtmissbrauchs gestellt. Und natürlich auch ganz großen Dank an die Filmemacherin, Nicole Rosenbach. Als wir vor vielen Monaten in Kontakt waren, war viel Verzweiflung zu spüren, von wegen, dass manches von dem Gefundenen vielleicht mangels Zeugenaussagen im Dunkeln verbleiben könnte. Aber da waren sie, die Zeugen, und wie! Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass in diesem Film nur ein Teil des gesammelten Wissens dargelegt wurde, das wurde ja auch im Vorspann des Films kurz angedeutet. So vermisse ich etwa in der Recherche den Aspekt der finanziellen Interessen. Bei früheren Medizinskandalen war es ja immer so: Erst wenn man die Spur des Geldes verstanden hat, hat man das System verstanden. Vielleicht wird das ja noch nachgereicht?

Aber weg von den Spekulationen hin zum Film. Das Geschilderte ist so grausam und eigentlich unglaublich, dass eines klar ist: Dass diese Inalte seit

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Dr. Michael Winterhoff: Was bleibt von seinem Werk ?

- 09-08-2021

[Mein neuer Beitrag zu dem Film vom 10.8.2021: hier]

 

"So wird ein Neugeborenes im Allgemeinen, wenn es Hunger hat, nicht schreien, da es noch gar nicht sehen kann, ob die Objekte, die seinen Hunger stillen könnten, Mutterbrust oder Flasche, in der Nähe sind." (Michael Winterhoff, in: )

Ja, es waren manchmal auch frohe Botschaften, die der niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater aus Bonn in seinen Büchern verbreitete: Das typische Baby-Schreien, so der Experte, "setzt erst nach etwa vier bis sechs Wochen ein, wenn das Kind nicht mehr nur Hell und Dunkel unterscheidet." (Quelle: ) Schön, dass sie fast blind sind, die Kleinen!

Andere Aussagen waren dagegen zappenduster:

"So sind Kinder im Alter von fünf Jahren heute in hohem Maße auf einer Sprachstufe stehen geblieben, die es ihnen kaum erlaubt, elementare Bedürfnisse verständlich zu artikulieren. Grammatikalische Besonderheiten scheinen weitgehend unbekannt, Buchstaben werden falsch ausgesprochen, das Hervorbringen vollständiger Sätze ist zur Seltenheit geworden. Dazu kommen Störungen wie Lispeln und Stottern, die die Kinder in ihrem sozialen Umfeld der Gefahr einer Isolation aussetzen." (Michael Winterhoff, in: )

Tatsächlich: Dr. Winterhoff fällt mir seit Jahren mit Analysen auf, bei denen ich

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Die neue Maskenstudie: Von Querdenkern zu Querrechnern ?

- 15-07-2021

Ich habe zuletzt über die neue Studie zu den Auswirkungen des Maskentragens bei Kindern berichtet. Hätte ich besser gewartet! Denn inzwischen wird von vielen erwartet (auch von mir), dass die Publikation vom Herausgeber der Zeitschrift zurückgezogen wird - wegen schwer wiegender Mängel.

[Zusatz, am 16.7.2021: Inzwischen wurde der Artikel von JAMA Pediatrics zurückgezogen.]

Aber der Reihe nach. Da erscheint in einer der renommiertesten pädiatrischen Fachzeitschrift dieser Erde eine Studie zu den möglichen Auswirkungen des Tragens von Masken bei Kindern. Seine Hauptaussage: Kinder seien durch das Maskentragen einer Kohlendioxidkonzentration ausgesetzt, die 6 mal höher liege als die in Deutschland geltenden zulässigen Höchstwerte am Arbeitsplatz!

Laut Altmetric gehört der Artikel rasch zu den 5% derzeit am weitesten verbreiteten wissenschaftlichen Beiträgen, über 600 000 mal angeklickt, von 20 Nachrichtenagenturen aufgegriffen und über 25 000 Mal getweetet.

Und jetzt wird Tag um Tag klarer: die Ergebnisse gründen auf Fehlmessungen.

Auf die auch ich hereingefallen bin, ja, das werfe ich mir schon vor.

Aber Schritt für Schritt, ganz so einfach ist

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Neues zu den Kinder-Masken!

- 05-07-2021

Der Titel der Studie lautet „Experimental Assessment of Carbon Dioxide Content in Inhaled Air With or Without Face Masks in Healthy Children - A Randomized Clinical Trial“, veröffentlicht wurde sie in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics.

Die Autoren führten an 45 Kindern zwischen 6 und 17 Jahren Messungen der Kohlendioxidkonzentration bei der Einatmung und der Ausatmung durch - und zwar zuerst ohne Maske, und dann mit diversen FFP2 bzw. OP-Masken. Dazu wurde ein Messsgerät an der Oberlippe unter der Nase angebracht und damit der CO2-Gehalt der Atemluft gemessen.

Die Ergebnisse

Als Ergebnis zeigte sich, dass sich beim Maskentragen der Kohlendioxidgehalt der Luft beim Einatmen deutlich erhöhte - und zwar um durchschnittlich das 6-fache von dem, was das Umweltbundesamt als zulässigen Grenzwert für den Arbeitsplatz einstuft (dieser Grenzwert liegt bei 0,2 Vol%). Unter der Mund-Nasenbedeckung stiegen die Werte auf durchschnittlich 1,31 Vol% (OP-Maske) bzw. 1,39 Vol% (FFP2-Maske) an. Die CO2-Messwerte in der eingeatmeten Luft schwankten dabei zwischen den Kindern deutlich, und zwar zwischen 0,6 und 2,5 Vol%.

Die Autoren folgern, dass Kinder durch das Maskentragen tatsächlich Umweltbedingungen ausgesetzt sind, die für Erwachsene am Arbeitsplatz als möglicherweise gesundheitsschädlich angesehen werden.

Wie ist das zu interpretieren, was

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Neues vom Impfgipfel: Jetzt die Kinder impfen !? (Teil 2)

- 28-05-2021

Wir erleben gerade eine interessante Diskussion. Die Bundesrepublik Deutschland unterhält eine am RKI angesiedelte Ständige Impfkommision (STIKO) mit dem gesetzlichen Auftrag, die zugelassenen, also auf dem Markt verfügbaren Impfstoffe einer wissenschaftlichen Bewertung zu unterziehen. Nämlich ob, inwieweit und für welche Bevölkerungsgruppe deren Einsatz empfehlenswert sei. Es dürfte gute Gründe geben, warum der Gesetzgeber diese recht komplexe Aufgabe einem  medizinischen Expertengremium übertragen hat - und nicht etwa dem Bundesgesundheitsminister (derzeit ein Bankkaufmann) oder den Ministerpräsidenten der Länder.

Druck auf die STIKO

Nun gibt es seit mehreren Wochen einen anschwellenden Chor von PolitikerInnen, die für eben diese Aufgabenverteilung wenig Verständnis zu haben scheinen, und sich irritiert darüber zeigen, dass die STIKO bisher noch keine Empfehlung für die Impfung von Kindern gegen SARS-CoV-2 ausgesprochen habe. Offenbar soll die medizinische Indikation für Impfungen durch eine politische Indikation ergänzt werden: weil wir Politiker das für richtig halten, sollen die Kinder möglichst bald geimpft werden.

Zum Teil wird dann darauf verwiesen, dass eine "Zulassung" durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) für Jugendliche ja demnächst

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Jetzt die Kinder impfen?

- 18-05-2021

Vorneweg ein paar Dinge zur Positionsbestimmung.

Erstens: Ich werde hier keine klare Antwort geben, also mit Ja oder mit Nein antworten. Dafür sind manche Entscheidungsgrundlagen aus meiner Sicht noch zu ungenau. Zweitens: ich gehöre nicht zu den generell impfkritischen Kinderärzten, ich finde Impfungen eine wunderbare Erfindung (auch wenn für mich ein paar der Kinder-Impfungen über das Ziel hinausschießen - wer meine Position kennenlernen will, dem sei das Impfkapitel in meinem Buch Gesundheit für Kinder empfohlen). Drittens: Es geht mir hier nur um die Impffrage bei Kindern und Jugendlichen. Was die Erwachsenen angeht, so bin ich jedem Gott dieser Welt dankbar, dass wir jetzt endlich gegen SARS-CoV-2 impfen können und so als Gesellschaft endlich aus der Geiselhaft dieses Virus herauskommen können (was nicht heisst, dass ich für eine Strategie "Impfen um jeden Preis" plädiere und auch nicht, dass ich das Thema Impfen mit irgendeiner Form von Zwang verbunden sehen will.) Viertens: Das Thema ist komplex, ich werde es in Teile gliedern müssen. Teil 1: Die Argumente für eine Impfung

Jede Impfung muss aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden: Was bringen sie dem geimpften Kind selbst? Und: Was bringen sie den anderen Kindern bzw. der Gemeinschaft insgesamt?

Beispiel Rötelnimpfung: sie bringen den Mädchen viel, den Buben kaum

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Eine Idee zu Ostern

- 04-04-2021

Absolut, wir sind wundgescheuert von dieser Pandemie. Verzweifelt. Beängstigt, und jetzt auch noch beschämt, weil die anderen das besser hinbekommen mit den Impfungen. Gar nicht zu reden von denen, die nicht nur ihre innere Balance verloren haben (von denen hört man am meisten, weil sie gerne auch laut werden), sondern ihre Lebensgrundlage. Oder gar ihre Gesundheit (von letzteren hört man eher wenig, weil sie zum Leise-Sein verdammt sind, ist so).

Aber hier soll es um etwas anderes gehen.

Wir könnten nämlich auch anders auf diese Pandemie blicken. Wir hätten zumindest gute, rationale Gründe dafür:

Die meisten Länder haben es immerhin geschafft 80 bis 90 % ihrer Bevölkerung vor dem Virus zu schützen, manche auch mehr. Deutschland gehört dazu. Dass das kein trivialer Erfolg ist, zeigt der Blick in die hart betroffenen Gebiete dieser Erde. Oder in die Intensivstationen. Ein Freund von mir kämpft dort gerade um sein Leben (er ist so alt wie ich, so wie überhaupt - anders als manchmal behauptet - die Covid-Patienten in deutschen Intensivstationen im Durchschnitt 65 Jahre alt sind). Überhaupt, vielleicht ist es auch eine gute Idee, dankbar zu sein für die Möglichkeiten, die wir hierzulande haben. Und: wir haben es geschafft, gerade noch rechtzeitig ein Mittel gegen dieses "Wellenmonster" zu finden, das sonst noch Jahre weitergetobt hätte - ohne Impfungen würden wir ja eine Welle nach der anderen, einen sozialen Stillstand nach dem anderen...

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Die Wand des Schweigens

- 25-03-2021

Nach der (teilweisen) Aufarbeitung der Missbrauchskultur in Kirchen und der Heimerziehung liegt nun endlich ein Buch zur Missbrauchskultur in "Erholungs"-Einrichtungen vor, in die Kinder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts massenhaft verschickt wurden. Danke für diese umfassende Arbeit!

Viele von uns verorten die kinderfeindliche Praxis der Verschickung weit im Nebel der Geschichte. Dass Kinder von ihren Eltern, Freunden und dem häuslichen Umfeld getrennt wurden, um in der Fremde bei fremden Menschen zu leben, das war so im Mittelalter, wo Kinder zur Ausbildung in fremde Haushalte gegeben oder zu Lehrmeistern geschickt wurden. Oder in Kriegszeiten, wo Kinder zu ihrem eigenen Schutz zu Fremden aufs Land gegeben wurden.

Dass die Verschickungen keineswegs von "damals" sind, weiß ich aus meinem eigenen Leben mit einem "Verschickungskind".

Meine Frau Dorothea wuchs in den späteren 1960er-Jahren in Indien als Tochter von Missionaren auf. Als sie fünf Jahre alt war galt es, den Koffer zu packen. Die Reise ging über 2000 Kilometer in ein Internat in Südindien, in dem sie keine Menschenseele kannte, geschweige denn jemand ihre indische Gassensprache oder ihre Familiensprache sprach. Mit 20 anderen kleinen Kindern aus aller Herren Länder, mit denen sie einen Schlafsaal teilte, lebte sie ab da unter der Obhut einer englischen Matrone. Um eine "gute Schule" besuchen zu können. Ferien zuhause gab es zweimal im Jahr, jedes Mal hieß es

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Schulen offen lassen: Was Mut macht!

- 19-03-2021

Das ist deshalb bemerkenswert, weil wissenschaftlich die Rolle der Kinder in der Pandemie in den letzten Monaten viel besser ausgeleuchtet wurde. Ich will diese Entwicklungen hier kurz zusammenfassen (zumindest so "kurz" es geht ;-) )

Denn ich mache mir mit Blick auf Deutschland einige Sorgen. Wir sind hierzulande tatsächlich in einer Sondersituation, weil die öffentliche Debatte sehr stark von Stimmen geprägt ist, die Schul- und Kita-Schliessungen von Anfang an als eines der wichtigsten Steuerungsmittel in dieser Pandemie beschrieben haben.

Nur: Wir sind heute weiter als vor 12 Monaten

Nun liegen nach über einem Jahr Pandemie allerdings Dutzende von Beobachtungsstudien zur Rolle der Kinder in der Pandemie von 2020/21 vor. Sie liefern ein reiches Datenmaterial zum Infektionsgeschehen in Bildungseinrichtungen sowohl in Pandemiephasen mit niedriger als auch mit hoher Inzidenz. Aufgrund dieser Datenbasis ist international zumindest mit Blick auf die Kita- und Grundschulkinder die Auffassung unter den Wissenschaftlern inzwischen relativ homogen: Die jüngeren Kinder spiegeln das Infektionsgeschehen zwar wider, sie treiben es aber nicht in wesentlichem Umfang an.

Auch das Robert-Koch-Institut hat sich in einer Auswertung des internationalen Datenbestands dieser Meinung angeschlossen. Mit Blick auf die unter 15-Jährigen formulieren

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Masken bei Kindern – Wissenschaft in Not !

- 01-03-2021

Ein Kommentar vorweg, am 3.3.2021

Es hat rund um diesen Beitrag viele Emotionen und auch Missverständnisse gegeben, deshalb zur Erklärung und Klarheit folgendes:

Erstens. Die Maskenfrage ist eine der Reibungspunkte in dieser Pandemie. Und - leider - ist sie komplex und nicht wirklich "rund". Ein Dilemma, wie so manches in der Pandemie. Einerseits gibt es plausible wissenschaftliche Hinweise, dass Masken Übertragungen verhindern oder begrenzen können. Andererseits ist unklar, wie stark diese Schutzeffekte sind. Kein Wunder gehen die Meinungen zu den Masken auseinander: Für die einen sind Masken eines der Kernstücke der Pandemiebekämpfung, für andere sind sie überflüssig. Ich vermute, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, aber beweisen kann ich es nicht.

Meine persönliche Meinung ist deshalb: Solange wir keine guten Möglichkeiten haben, die Pandemie zu begrenzen, lasst uns auf Masken setzen. Dass ich trotz Unsicherheit diese Meinung vertrete, liegt auch daran, dass ich COVID-19 sehr ernst nehme: ich bin überzeugt, dass wir als Gesellschaft richtig handeln, wenn wir uns und unsere Mitmenschen so gut es geht vor COVID-Erkrankungen schützen. Die Erkrankung kostet nicht nur Leben, sie kostet wegen der Schwere und Langwierigkeit überraschend vieler Verläufe auch viel zu viele gesunde Lebenszeit und Arbeitskraft (ich halte diesen Aspekt für unterschätzt).

Zweitens. Das heisst NICHT, dass Masken nicht auch von ihren Nachteilen her zu

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Corona – was ist nur los in Indien ?

- 28-01-2021

Ach Indien. Zuerst einmal: Gratulation zum Unabhängigkeitstag (26.1.) ! Eines der "Länder", auf die ich ein besonderes Auge habe, ich muss ja schliesslich auch die Bollywood-Musik im Haus ertragen (meine Frau ist dort aufgewachsen, diese satte Mucke wird man wohl sein Leben lang nicht los).

In der Pandemie hiess es zunächst: ein hoffnungsloser Fall. Soooo viele Menschen eng an eng, schlechtes Gesundheitswesen, das kann nicht gut gehen. Und dann hat Indien auch gleich das gemacht, was eigentlich nicht sein darf: Alle Wanderarbeiter in ihre Heimatdörfer zurückgepfiffen, in überfüllten Zügen, in denen natürlich auch das neue Virus mitfuhr.

Die Folgen? Zumindest die rein medizinischen Folgen sind bis heute überschaubar. Hier die Pandemie-Kennzahlen Ende Januar 2021

Derzeit also: 3300 Tote pro Tag in den USA, in Indien: 140. Dabei hat Indien über 4 mal mehr Einwohner.

Hat die Pandemie Indien also bisher vielleicht noch gar nicht wirklich erreicht? Das stimmt ganz sicher nicht. In vielen Gegenden ist die Durchseuchung sogar gigantisch, viele Seroprävalenzstudien berichten gerade aus ländlichen Gebieten und aus den urbanen Slums Antikörperraten ...

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Corona – und ewig grüßt die Kinderfrage

- 23-01-2021

Nach den Verlautbarungen der letzten Wochen könnte man glauben, die Frage sei geklärt: Kinder treiben die Welle mit voran, also sollten auch ihre Kontakte stark reduziert werden. Inzwischen klingt das sogar recht eindeutig: "Im Prinzip ist die Frage, was jetzt die Schüler beitragen zur Epidemie, beantwortet." Sagt niemand Geringeres als Prof. Drosten.

Nur, bei allem Respekt: Das stimmt nicht.

Vielmehr ist die Kinderfrage weiterhin komplex, und die Rolle der Kinder eben NICHT abschliessend geklärt.

Nehmen wir einmal die Frage der Virenlast, die Mutter aller Argumente, auf die sich Prof. Drosten in seiner Beurteilung des kindlichen Übertragungspotenzials stützt. Prof. Drosten argumentiert ja so: Bei infizierten Kindern liesse sich dieselbe Virenlast nachweisen wie bei Erwachsenen, ihr Übertragungspotential sei deshalb genauso hoch. Das mit der gleichen Virenlast hat er in einer Laborstudie herausgefunden, sie dürfte die in Deutschland bekannteste Studie der ganzen Pandemie sein.

Ist die Virenlastfrage deshalb abschliessend beantwortet? Für mich eindeutig, nein. Denn zum einen ist bis heute unklar, wie die im Labor abgetupfte Virenlast mit der Ansteckungsfähigkeit in der freien Wildbahn zusammenhängt. Es gibt viele Argumente, dass

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Train your baby like a dog – auf den Hund gekommen?

- 07-01-2021

Dieser Tage lief in RTL die Erziehungssendung: Train you baby like a dog - Die Hund-Kind-Methode. "Was tun, wenn das Kind ständig schreit, die Familie auf Trab hält und andere ärgert? Hilfe kommt jetzt aus der modernen Hundeerziehung - die "positive Verstärkung"! In den USA und Großbritannien wird diese Methode bereits mit positiven Ergebnissen angewandt. In der neuen Doku hilft Hundetrainerin Aurea Verebes nun zwei deutschen Familien, die mit der Kindererziehung an ihre Grenzen geraten sind. Hat sie mir ihrer tiergestützten Methode Erfolg?" So der Werbetext bei RTL.

Ich war auf das Schlimmste gefasst: Kommt jetzt Elternschule mit Hund? Sogar ein Klicker soll zum Einsatz kommen - eben wie bei Hund und Co. Kein Wunder war schon im Vorfeld Protest zu vernehmen, inklusive Verbotsforderungen per Unterschriftssammlung. (dort werden allerdings Fälle aus einer anderen Sendung gezeigt). Entsprechend gebannt saßen wir (meine Frau und unsere gerade enkelerziehenden Kinder) vor dem Apparat.

Ich kann beruhigen: mit "Elternschule" hat diese Sendung nichts gemein. Gezeigt wurden zwei Familien, eine mit einem Kleinkind mit Einschlafschwierigkeiten (und

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Mein Gruss zu Weihnachten

- 23-12-2020

Schon gut, ich zweifle dran, aber das passt zu dem Jahr. Pandemie-Jahr. Nichts Stimmiges, nur Zwickmühlen. Wenn es Erfolge gab, dann nur verbunden mit schlimmen Kosten. Ja, man versucht die Intensivstationen vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Gut. Dafür muss man anderen die Arschkarte geben, die verlieren ihre wirtschaftliche Existenz. Immer nur Lösungen, die keine sind oder hinten und vorne nicht aufgehen. Und sich auch immer falsch anfühlen. Je nachdem, von welcher Seite man sie betrachtet. Ein Durcheinander wie in den griechischen Göttersagen. Anders als damals ist jetzt aber immer jemand schuld. Diejenigen nämlich, die die Entscheidungen treffen oder zu verantworten haben. Und die dann auch noch in einem weiteren Pandemie-Dilemma stecken: Dass sie nämlich an guten Tagen handeln müsse, um schlechte Tage zu verhindern. Die zum Beispiel die Bremse ziehen, wenn die Intensivstationen halb leer sind. Jeden Tag Steilvorlagen, um mal endlich auf den Tisch zu hauen.

Ja, ich verstehe, dass man gegen eine solche brutale Realität aufbegehrt, wirklich. Aber dass es so lief, wie es lief, das hat mich dann doch erschüttert: Nein, es gibt gar keine Pandemie. Nein, das Virus ist nicht schlimm, eine Art Grippe. Ach was, ein Schnupfen. Ausserdem sind die meisten von uns  bereits immun. Wenn Leute daran sterben, dann weil die Ärzte sie

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Einschlafstillen – darf man das?

- 16-12-2020

Das Schlaf-Dilemma

Immer wieder ist es das Thema Schlaf, das die Eltern in die Enge treibt. Tatsächlich ist das Dilemma der Eltern recht leicht zu verstehen, der Schlaf hat es nun einmal in sich. Der Schlaf bildet nämlich im Verhaltensrepertoire des Menschen eine seltene Ausnahme – er lässt sich nicht machen, er muss sich ergeben. Da ist mit Anstrengung und Anspannung nichts zu machen (ähnlich wie beim Sex oder bei der Geburt). Denn das Tor zum Schlaf öffnet sich nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Und die hat die Natur genau festgelegt: Dann nämlich, wenn wir uns geborgen und geschützt fühlen. Erst dann bildet sich dieser magische Stoff, der den Weg in den Schlaf ebnet: Entspannung.

Der Grund ist banal, und er ist uralt. Wer schläft, ist seiner Sinne und seiner Muskeln nicht mächtig, er kann nicht fliehen und sich nicht verteidigen. Er muss dafür sorgen, dass er nicht zwischen den Zähnen eines hungrigen Tieres endet. Der Schlaf ist also für höheren Lebewesen mit einem Sicherheitsdilemma verbunden. Genau dieses Dilemma begründet unser "paradoxes" Schlaf-Programm: Das Sandmännchen darf erst aktiv werden, wenn wir uns sicher fühlen. Niemand kann schlafen, wenn die Dielen knarren. Und schon gar nicht, wenn die Pfeiler der eigenen Welt am Ächzen sind...

Dieses Sicherheitsdilemma stellt sich den Kindern genauso wie den Erwachsenen. Auch die Kinder wollen ja morgens wieder unversehrt aufwachen. Aber mit

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Corona-Skeptiker verstehen. Es kommt auf Sie an, Prof. Bhakdi !

- 09-12-2020

Diese Frage brennt mir unter den Nägeln, weil ich viele Menschen, um die es hier geht, persönlich gut kenne und schätze. Klarstellen will ich auch gleich vorab, dass ich Kritik wichtig finde, gerade zu so einem komplexen, weit reichenden Thema wie "Corona". Die meisten Bürger haben noch nie in ihrem Leben so starke staatliche Eingriffe hinnehmen müssen. Wie sollten wir da stillhalten mit Meinungen, Kommentaren und Kritik? Und Protest ist ja auch eine Form der Interessensvertretung. Menschen, die durch die Pandemie ihr Auskommen verlieren, haben einen anderen Blick auf Lockdown-Maßnahmen als solche, die gut abgesichert sind.

Und ja, ich entdecke in den Corona-Protesten durchaus nachvollziehbare Forderungen. Dass manche die Begrenzungsmaßnahmen für überzogen halten, kann ich verstehen. Auch die Kritik an der Maskenpflicht ist für mich nachvollziehbar. Das letzte Wort in Sachen Masken ist ja tatsächlich noch nicht gesprochen, auch wenn die Indizien für eine Schutzwirkung sprechen. Auch zur Frage der Impfungen kann man seine Meinung sagen, sie treibt Menschen nun einmal um.

Corona-Proteste: Identität statt Realität?

Nur, da sind dann auch Themen, mit denen sich nicht wenige der Demonstranten komplett von der Realität verabschieden. Und anderen Menschen Schuld oder gar Verbrechen unterstellen. Da geht es darum, dass die Pandemie ein Mittel sei um die Menschheit zu unterjochen. Oder eine Diktatur aufzubauen. Da wird behauptet, dass die

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Zum Tod von Remo Largo

- 13-11-2020

Ich trauere zusammen mit meiner Frau Dorothea um meinen Kollegen, lieben Freund und Gefährten, Remo Largo, der am Mittwoch im Alter von 76 Jahren verstarb.

76 Jahre übrigens, die Du ja nie dachtest zu erreichen, mit all den gesundheitlichen Problemen, die Dich schon im jungen Erwachsenenalter heimgesucht haben. Oft bist Du damit an Grenzen gestoßen, schlimme Tage waren Dir vertraut, und sie haben sich zuletzt gehäuft. Und doch warst Du vital in einem tiefen Sinne, sprühtest vor Neugier, Erklärungsdrang und Wissen - es gab wenige Themen, die Dich nicht gleich "anzündeten", wirklich. Gleichzeitig warst Du bescheiden, zugewandt, liebevoll. Während manche berühmte Menschen ihre Titel und Verdienste auf der Stirn tragen, warst Du einfach Remo. Und so bleiben mir nicht nur die Gespräche über Kinder, über Studienergebnisse und gesellschaftliche Themen in Erinnerung, sondern Deine Pflanzen im Garten, für die Du liebevoll sorgtest, und natürlich die goldgelben Röstis auf dem Tisch. Remo, Du wirst für mich immer ein Vorbild bleiben, ein Bild von Mensch.

Ich will Dein Werk kurz umreissen, ich glaube das in Deinem Sinne, es ging Dir ja immer um eine bessere Gestaltung der Welt. Und wenn diese Welt - Dein erster und wichtigster Fokus - die Familie ist. Das Kind darin: ein aktives, "berechtigtes", individuelles Wesen. Das war in den 1970er Jahren ein neuer Blick, er machte Dich zu einem "jungen Wilden" in Deinem von Dir selbst neu entwickelten Fachgebiet,

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