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Wo geht es hier eigentlich um die Kinder? | kinder-verstehen.de

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Webseite von Herbert Renz-Polster zur kindlichen Entwicklung, Pädagogik und Erziehung. Informationen rund um die kindliche Entwicklung, die kindliche Gesundheit sowie zu Erziehungsfragen. Fragen zum Schlafen, zum Essen, zum Stillen oder zur Förderung und Bildung der Kinder.

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Kategorie : Linkbuch > Familie und Kinder

Mein Kind (3M) fremdelt beim Papa?

- 11-06-2024

Ja manchmal geht das mit dem „Fremdeln“ tatsächlich schon so früh los wie bei Euch. Und wie Du siehst, betrifft das Fremdeln eben nicht nur „Fremde“, sondern – ja wen eigentlich? Eine super spannende Frage! Beim Fremdeln liest das Baby nämlich nicht nur nach Grad der Bekanntheit aus (Dein Baby kennt seinen Vater ja sehr wohl), sondern auch nach einem anderen wichtigen Kriterium, nämlich: Kann ich diesem Menschen auch zutrauen, dass er das leistet, was ich jetzt so dringend brauche – nämlich dass er mich trösten kann, mich entspannen kann und eben diesen wunderbaren „Stress-lass-nach“-Zauber über mich ausschüttet? Und da wissen Babys dann genau, dass das nicht jede(r) der ihnen vertrauten Menschen gut kann – und wenden sich dann an diejenige Person, mit der sie bisher die besten Erfahrungen beim „Projekt Entspannung“ gemacht haben.

Babys sind also flexibel und gleichzeitig knallhart: Wenn sie gut drauf sind, lassen sie sich auf alle möglichen Menschen ein, mit denen sie regelmäßig Umgang haben (in den ersten Wochen und sogar Monaten akzeptieren sie da sogar auch fremde Menschen). Aber wenn sie in Stress geraten und Hilfe brauchen, dann verengt sich ihr Bindungshorizont, und sie wenden sich an ihre „number 1“! (dieser erste Platz im Bindungssytem kann dann aber auch wieder je nach Erfahrungen ausgetauscht werden).

Ach, die Säuglinge sind einfach Lebenskünstler!

Aber zu Deiner Frage: wie viel darfst Du

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Lieder gegen den Hass auf Europa ?

- 08-06-2024

Ich bin als Jugendlicher reingewachsen in die Welt des französischen Chansons. Mit 16 eine Gitarre gekauft (zusammen mit meinem Zwillingsbruder, wir hatten damals noch eine gemeinsame Kasse), dann oft in Frankreich unterwegs gewesen und schon war da ein Zugang.

Und wie es so ist, und weil das schon eine Weile her ist: Nach und nach trugen sie dann den einen oder anderen dieser alten Barden zu Grabe (viele waren übrigens Migranten, von George Moustaki bis Charles Aznavour).

Und ja, Bardinnen gab´s auch, die gewannen dann schon auch mal den Grand Prix d´Eurovision (wie Marie Myriam 1977, mit ihrem schönen "L´oiseau et l´enfant" -- der Vogel und das Kind (auch Marie Myriam war übrigens "fremdländischer", nämlich portugiesischer, Abstammung). ;-)

Was für eine optimistische Zeit das war: Nous trouverons ce mode d´amour!

Wir werden sie finden, diese Welt der Liebe!

https://youtu.be/DQH1HlQeHdo

Sehr berührend fand ich den Abschied von Jean Ferrat, einem der Chansonniers der ersten Nachkriegs-Welle (zu der z.B. auch Nino Ferrer, Maxime le Forestier, George Moustaki usw. gehörten). Jean Ferrat schrieb mein Lieblingslied: „La montagne“

https://www.youtube.com/watch?v=VbI5vX3le0I

Er besingt in dem Lied („Der Berg“) die Landflucht – eben wie sich die Dörfer leeren und alle in die

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Sollten wir Babys einen Schnuller geben?

- 04-06-2024

Also ich sehe da gar kein Problem, dass Du es mit dem Schnuller probierst. Denn hier liegt doch eine wunderbare Win-Win-Situation vor, und wann haben wir das schon mal? Es ist doch so wichtig, dass Du mit Deinem Baby raus gehen kannst, damit Du Deine Energie behälst und in der Balance bleibst! Und für Dein Baby ist das Draußen-sein ja auch was Tolles, und mit dem Schnuller kannst Du ihm ja offenbar eine gute Brücke in den Schlaf bieten. (Eine andere Möglichkeit könnte eine Tragehilfe/ein Tragetuch sein, mit dem Du ihn so tief nehmen kannst, dass er auch an Deinem Körper an die Brust gehen könnte - aber das müsst Ihr ausprobieren).

Zu Deinen Sorgen rund um den Schnuller. Wenn *Neugeborene* *regelmäßig* einen Schnuller zur Beruhigung bekommen, dann ist nicht auszuschließen, dass dadurch der Aufbau der Stillbeziehung leidet (das Thema ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, Grund zur Panik gibt es aber nicht). Aber Dein Kind ist ja schon 3 Monate alt. Und da kann der Schnuller eine gute Hilfe sein, wenn er „wie intendiert“ benutzt wird – als Ersatz für das Beruhigungssaugen an der Brust. Solange Ihr das so macht, bildet sich weder eine nachteilige Gewohnheit aus, noch hat Dein Kind davon ein Problem (im Gegenteil, wenn das gut klappt, kann auch Dein Mann Euer Baby vielleicht besser beruhigen – ein Plus für alle!) Und auch das wirst Du merken: Dein Baby redet da ein großes Wörtchen mit: Eine Zeitlang

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Wie viel muss ein Kind trinken?

- 28-05-2024

Danke, wenn das nur so einfach wäre! Wie viel genau Kinder trinken „sollen“, ist nämlich unglaublich schwer in eine Formel zu packen. Auch gibt es dazu kaum verlässliche wissenschaftliche Untersuchungen 😉

Die „offiziellen“ Empfehlungen sind deshalb mehr oder weniger willkürlich. Laut Empfehlungen der WHO und der EFSA (European Food Safety Authority) sollten Kleinkinder auf eine „Gesamtwasserzufuhr“ (dazu gleich mehr) von 1,3 Liter pro Tag kommen, Grundschulkinder auf 1,6 (Mädchen) oder 1,7 Liter (Jungs). Für die älteren Kinder und Jugendlichen gehen die Empfehlungen der Experten dann grob durcheinander – von 1,9 Liter bis 3,3 Liter pro Tag. Immerhin sind sie sich darin einig: Es gibt keine gute Methode, um die optimale Trinkmenge für freilebende Kinder zu bestimmen (stellen dann aber fest, dass wahrscheinlich die meisten Kinder zu wenig trinken – was wiederum ein Zirkelschluss sein könnte).

Wichtig, dass Du auch das berücksichtigst: diese Zahlen beziehen sich auf die *Gesamtwasserzufuhr*. Und die kommt nicht nur von den getrunkenen Flüssigkeiten, sondern auch von der „festen“ Nahrung, die ja auch Wasser enthält. Da kommen im Schnitt immerhin 30-40 % des täglichen Gesamtwassers zusammen! Wobei dieser Anteil von Familie zu Familie sehr schwankt – nämlich zwischen 14 % und 42 % (einmal kommt vielleicht eher Vogelfutter auf den Tisch, ein andermal eher Suppe).

Zum zweiten schwankt der Wasserbedarf immer auch

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Wie kann ich mich auf ein weiteres Kind vorbereiten?

- 21-05-2024

Ach, da wären 1000 Sachen dazu zu sagen, lass mich hier mal ein „Geschwister-Paket“ schnüren, das Du immer mal wieder aufpacken und bedenken kannst…

1

Grundsätzlich fällt mir auf, dass das Thema Geschwister oft von der Konflikt-Seite her gedacht und erlebt wird. Es geht oft darum, wo die Kinder sich vielleicht Schatten geben, Konkurrenten sind, und und und… Aber dass sie sich auch viel Licht geben können? Sich gegenseitig anspornen? Dass sie selbst beim Streiten etwas lernen? Ich finde Du darfst bei deinem Blick in die Zukunft unbedingt die Licht-Seite in den Vordergrund rücken. Halt wie generell in der Familie: Ja, mit Konflikten ist zu rechnen – aber wir sind auch eine Entwicklungsgemeinschaft, die macht uns aus. Und das gilt jetzt auch für die beiden Kinder: sie werden Konflikte haben, ist doch klar. Sie konkurrieren schließlich manchmal auch um ein begrenztes Angebot. Aber sie sitzen auch gemeinsam in einem „Entwicklungsboot“. Und auf was kommt es im Leben an? Genau: Auf die Entwicklung. Konflikte sind tatsächlich nur die Dornen an den Rosen: lästig – aber wie toll die Rosen sind!

2

Du musst Geschwisterbeziehungen deshalb konsequent andersherum denken, von der Blüte her. Das wird Dich und die Kinder stärken. Streiten die Kinder, denke an die Blüte: Wie wunderbar, dass ihr euch habt! Tränen, Stress und Lärm hin und her. Dieses Gegengewicht lässt Dir das von mir gerne beschriebene und

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Heikle Esser – Hilfe mein Kind isst nur Nudeln!

- 14-05-2024

Zwei „Essensfragen“ – mit sehr unterschiedlichen Antworten.

Praktisch alle kleinen Kinder gehen durch eine „heikle“ Essensphase – Elvira im ersten Fall ist ein geradezu klassisches Beispiel. Diese heikle Phase beginnt meist im zweiten Lebensjahr, kann extrem sein (0% Gemüse, kaum Obst), führt aber in aller Regel nicht zu Gewichts- und Wachstumsproblemen. (Und weil das zögerliche Essen den Eltern trotzdem den Schweiss auf die Stirn treibt, werde ich gleich noch mehr dazu sagen).

Der 8-jährige Elvis aus unserem zweiten Fall fällt klar aus diesem „normalen“ Muster heraus. Sein Problem hat erst mit 5 begonnen (da sehen viele Eltern der „normalen Gemüseverweigerer“ schon das erste Licht am Ende des Tunnels) – und wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Und: das Kind wird davon offenbar krank – es kommt zu einer krankhaften Gewichtsabnahme. Typisch auch, dass das Kind nur Nahrungsmittel mit einer ganz eng definierten sensorische Beschaffenheit akzeptiert – hier etwa Farbe, Geruch und Zubereitung - und diese Kriterien werden oft immer enger.

Hier sollte auf jeden Fall eine weitere Diagnostik erfolgen um insbesondere ein sog. ARFID auszuschließen. ARFID steht für „Avoidant and Restrictive Food Intake Disorder“, zu deutsch „Störung mit Vermeidung oder Einschränkung der Nahrungsaufnahme“ und ist sehr selten. Es handelt sich im Grunde um eine neuropsychiatrische Entwicklungsstörung mit einer ausgeprägten sensorischen

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Meine Tochter (13 Monate) braucht zur Beruhigung IMMER meinen Finger im Mund

- 07-05-2024

Danke für diese vielschichtige Frage, ich will gleich mittenrein springen:

Das Saugen selbst ist ein angeborener Reflex, mit dem alle Menschenbabys ausgestattet sind. Er dient der Ernährung aber auch der Entspannung. Ausgelöst wird dieser Reflex durch alles „Brustwarzenähnliches“: Schnuller, ein Zipfel von einem Tuch, ein Finger und natürlich die „echte“ Brustwarze.

Soweit ist das alles „reine Biologie“ - angeborenes Verhalten.

Nur kommt dann etwas Zweites dazu: Kleine Kinder bilden unglaublich rasch Gewohnheiten aus (wir unterschätzen das manchmal). Und zwar durch simple Konditionierung: ein bestimmtes Verhalten (z.B. Nuckeln am Finger) wird durch ein gutes Gefühl (z.B. Entspannung) „belohnt“ – und schwupps bildet sich im Gehirn eine Verbindung: Finger-Nuckeln = Entspannung!

Und genau so ist es bei Eurem Baby gelaufen. Seine Beruhigungserfahrungen liefen über den Finger, und jetzt ist der Finger sein Beruhigungsinstrument.

Ihr glaubt nicht, wie viele Entspannungsgewohnheiten auf diesem Weg entstehen können!!! Beim Nuckeln an der Brust an den Haaren der Mama zwirbeln… - bei manchen Säuglingen kann sich da eine Nuckel-Zwirbel-Verbindung einstellen. Bei einem anderen Kleinkind hat es sich so ergeben, dass das Kind nur entspannt, wenn die Mama die Fingerkuppen auf eine bestimmte Art drückt, das fordert das Kind jetzt die ganze Nacht über ein. Plus tagsüber zum

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Hilfe, mein Kleinkind explodiert IMMER!

- 30-04-2024

Was Du schilderst, begegnet Eltern tagtäglich in Hunderten von Variationen. Nicht wenige Eltern erzählen mir, dass sie wie auf Eiern durch den Tag gehen, in beständiger Angst, dass ihr Kleinkind ausrastet und es dann ab ins Tal der Tränen geht. Und deshalb werden dann „falsch“ geschnittene Apfelstücke wieder zusammengeklebt („nein, ich wollte, dass du die so rum schneidest“!!!), Nutella auf Frühstücksbrötchen geschmiert (obwohl man sich geschworen hat, dass der Tag mit was „Gesundem“ beginnen sollte) oder lange Umwege in die Kita gefahren, „denn wenn wir nicht an dem gelben Haus vorbeifahren, ist der Tag gelaufen“. Endlose Zornanfälle gibt es auch, wenn Mama die Treppe nicht wie angewiesen vor dem Kind hochläuft oder es die Milch nicht in den Ausguss schütten darf.

Wenn ich viele dieser Klagen zusammenfassen sollte, würden das so aussehen: Hilfe, meinem Kind geht es nur gut, wenn es nach seinem Willen geht. Leider ist seine Komfortzone sehr dünn, und wir haben unendlich Stress.

Das hat aus meiner Sicht nichts mit „Gefühlsstärke“ zu tun, sondern eher mit einem „Gefühlsdurcheinander“.

Und das entsteht oft aus den allerbesten Gründen.

Zum einen: Kleinkinder sind so, Punkt. Sie neigen zu unkontrollierbaren Zornanfällen. Aus guten, entwicklungsbedingten Gründen.

Nur: In Eurem Fall geht es nicht um die normale „Zornbereitschaft“ des Kleinkindes, es geht um eine

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Qual der Wahl: Oma oder Krippe?

- 23-04-2024

Mein Rat ist eindeutig: Lass Dein Kind bei der Oma betreuen. Und betrachte das auch als Beginn eines Weges in deiner eigenen Beziehung zu ihr.

1

Erstens, allgemein: Was die außerfamiliäre Betreuung angeht, so ist Dein Kind mit 1,5 Jahren noch stärker als später darauf angewiesen, dass es gut betreut wird. Wir unterschätzen manchmal, wie vulnerabel ein Kind in diesem Alter ist und wie arg es Beziehungs- und Bindungskonstanz braucht – einfach, weil kleine Kinder mit Stress noch gar nicht gut umgehen können. Eine unzureichende außerfamiliäre Betreuung ist deshalb tatsächlich ein Entwicklungsrisiko. Und das gilt leider auch für die „so la la“-Betreuung. Und die macht, so bitter es ist, den Hauptteil des Angebots aus.

2

Was ist nun schlimmer: Schlechte Ernährung oder schlechte seelische Erfahrungen?

Ich sehe es so: Du kannst als Kind viel Bratwurst etc. essen und trotzdem später gesund sein, denn Dein Kind hat ja als überwiegende Ernährung trotzdem Eure Familienkost. Gut, es wird für Deine Tochter bei Oma dann zum Mittagessen Bratwurst geben und Kekse dazu, aber es ist nicht das Haupt-Motiv ihrer Ernährung. Zudem wirkt schlechte Ernährung stark auch über das Zusammenspiel mit anderen ungünstigen Erfahrungen: wenig Bewegung, wenig Draußen-Sein, wenig fröhliches Miteinander (das ist in etwa wie bei den Erwachsenen: die Ernährung, die ein Holzfäller locker wegsteckt ist

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Hilfe – ich bin total überlastet! Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden?

- 16-04-2024

Nur zwei: alle Achtung!

Und für die Mitlesenden: wenn ihr Ideen habt: gerne kommentieren.

Im Grunde, das weißt Du auch, bist Du mit einer Aufgabe konfrontiert, die Du gar nicht packen kannst. Gut, das hilft Dir jetzt praktisch nicht weiter, aber es ist gut, wenn Du Dir immer wieder sagst: Wenn es hier nicht so läuft, wie ich mir das wünsche, dann liegt das nicht an mir. Ich leiste hier das Menschenmögliche.

Und dieser realistische Blick kann Dir vielleicht helfen, manchmal den Spieß auch umzudrehen und Dir zu sagen: Boah, einfach irre hier… - und irre vor allem, dass ich so viel hinbekomme!

Ich finde, von dieser positiven Haltung klingt etwas in dem an, was Du ja auch sagst: „Ich meistere den Alltag und die Nächte wirklich gut, dafür, dass die Babys so klein sind.“

Das hat mich gefreut!

Noch ein Blick auf deine Kinder. Du hast vielleicht ein schlechtes Gewissen deiner 4-jährigen Tochter gegenüber. Vielleicht kannst Du das durch einen „Andersrum-Blick“ ergänzen: Ich sorge dafür, dass unser Boot auch ohne Mitruderer weiter schwimmen kann, und das ist gewaltig viel. Ja, meine Tochter spielt jetzt mehr alleine - aber wo steht das auf der nach oben offenen Skala der Gemeinheiten? Wirklich doch eher im grünen Bereich. Du kannst es nämlich auch so sehen: Dass deine Tochter mit 4 Jahren viel alleine spielt und sich dabei wohlfühlt, ist eine

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Einschlafbegleitung von Kindern in der Krippe

- 09-04-2024

Au weia, da ist einiges zu sagen!

1.

„Kinder die nicht von alleine schlafen - brauchen den Schlaf nicht“ - das ist kompletter Unsinn. Kinder (wie auch Erwachsene) können nur dann in den Schlaf finden, wenn sie sich entspannen können. Das ist von der Natur so vorgesehen. Gibt man Kindern keine Gelegenheit sich zu entspannen, dann KÖNNEN sie nicht schlafen, auch wenn sie es eigentlich MÜSSTEN. Und gerade U3-Kinder sind für ihre Regulation in aller Regel auf einen, manche jüngeren Kinder auch noch auf zwei Tagesschläfchen angewiesen (nur wenige U3 Kinder kommen ganz ohne Tagschlaf aus, und denen tut eine Ruhephase trotzdem sehr gut).

2.

Der Weg zur Entspannung führt für Kinder im U3-Alter meistens noch über das Signal der unmittelbaren Sicherheit: hier ist alles gut, die euch vertrauten Menschen sind erreichbar, sie wachen über euch, ihr könnt deshalb schlafen. Nur in einer solchen vertrauten, sichernden Atmosphäre können die Kleinen „abschalten“. Auch die gemeinsame „Lageratmosphäre“ trägt dazu bei (Kinder schlafen in der Kita oft besser als ihre Eltern das erwarten 😉 ). Es muss dazu nicht stockdunkel sein (das war letzten Dienstag Thema), aber es darf natürlich abgedunkelt sein (ihr merkt ja selber, was für die Kinder am besten funktioniert).

3.

Zur direkten Einschlafbegleitung: Der Weg zur Entspannung beinhaltet für manche Kinder die körperlich gespürte Präsenz einer

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Comic: Der Letzte Baum dieser Erde

- 04-04-2024

Zu einem Comic braucht man ja eigentlich nicht viel zu sagen 😉

Trotzdem ein paar Takte dazu:

Wird Homo sapiens einmal Geschichte sein?

Natürlich. Jeder Art ist einmal Geschichte – und jede menschliche Zivilisation ist einmal Geschichte.

Wie lange sich eine Art in der evolutionären Geschichte hält, hängt von ihrer Anpassungsfähigkeit ab.

Bezogen auf den Menschen also auch von der Frage:

Kapieren wir schnell genug, dass wir unsere Kinder nicht dadurch auf die Zukunft vorbereiten, dass wir ihnen die Bildung von gestern angedeihen lassen?

 

 

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Muss es zum Einschlafen dunkel sein?

- 02-04-2024

Beim Schlafen in der Nacht sollte es in der Tat dunkel sein. Denn die Bildung des Körperhormons Melatonin in der Zirbeldrüse des Gehirns wird durch Lichteinstrahlung unterdrückt. Dieses Hormon aber ist wichtig, weil es uns schon ab dem Säuglingsalter den Schlaf-Wach-Rhythmus einflüstert und dem Körper auch andere Signale gibt, die für einen guten Schlaf wichtig sind (etwa: bitte jetzt die Körpertemperatur absenken!)

Dennoch ist alles – wie so oft – ein bisschen komplizierter. 😉

Ihr macht nämlich tatsächlich mit eurem Kind nichts falsch.

Schauen wir dazu die körperlichen Vorgänge genauer an. Wie gesagt, das Melatonin wird durch Licht unterdrückt, deshalb liegt es tagsüber in niedrigen Konzentrationen vor. Mit Eintritt der Dunkelheit steigen die Melatoninspiegel dann langsam an. Allerdings: In richtig großen Mengen wird Melatonin dann erst nach Mitternacht ausgeschüttet (seine höchste Konzentration erreicht es erst zwischen 2 und 3 Uhr morgens. Jetzt zirkuliert drei mal mehr von diesem Hormon im Blut als tagsüber).

Wichtig dabei ist das: Die Ausschüttung von Melatonin wird nur durch *starkes* Licht unterdrückt, und zwar wenn dieses durch die Augen auf die Netzhaut einwirkt. So lässt sich in Experimenten nachts der Melatoninspiegel durch das Anschalten einer starken Lichtquelle innerhalb von einer Stunde auf Tagesniveau unterdrücken. Allerdings sind dazu satte 1500 bis 2500

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Unerfüllter Wunsch nach Geschwisterkind

- 26-03-2024

Danke, dass Du uns da mitnimmst in Deine Gefühle!

Ihr seid beide traurig, und das darf sein. Denn das Thema ist ja noch in Dir und bleibt das auch dann, wenn „alles in Ordnung“ ist und die Lücke schon weitgehend zugewachsen ist. Das merkst Du dann bei solchen Anlässen. (Und von denen werden vielleicht noch mehr kommen, und sei es später der Auszug deines Kindes, oder, oder, oder).

Wir tragen ja sowohl unsere Triumphe als auch unsere Enttäuschungen weiter durchs Leben.

Deshalb ja, die Trauer darfst Du anerkennen und ihr Resonanz geben. Und Teil dieser Trauer kann auch das Gefühl von Einsamkeit sein. Da hilft es überhaupt nicht, das Gefühl wegzudrängen, auch nicht durch noch so rationale Argumente („wir sind ja eine Familie… haben ja dieses tolle Kind… und andere haben gar keines“ … usw.). Diese Floskeln wirken nicht, denn Realität ist, dass der „Folgekinderwunsch“ genauso unendlich riesig sein kann wie der erste Kinderwunsch. Und deshalb ist auch der Schmerz nicht unbedingt kleiner (auch wenn Dein Umfeld das vielleicht erwartet – was den Schmerz und die Einsamkeit dann ja oft nur noch größer macht …)

Jetzt aber zu Deiner Tochter.

1.

Wichtig ist, dass das Thema Geschwisterlosigkeit für sie keine Blackbox ist, sondern ihr darüber offen reden könnt – wenn sie mag. Das muss keine möglichst umfassende Aufklärung sein, im Gegenteil, das kann in

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Zwillinge trennen oder nicht?

- 19-03-2024

Das glaube ich nicht. Aber dieser Eindruck kann durchaus entstehen, wenn man die vielen Ansagen rund um Zwillinge betrachtet:

… sie würden ihre Individualität nur ausbilden, wenn sie getrennt würden… … das weniger dominante Kind in dem Zwillings-Paar würde sich immer auf den Stärkeren verlassen - wie soll es dann selbstständig werden ? … … und dann diese Rolle auch in der Gruppe weiter einnehmen, wenn sein Bruder mit dabei ist…wie soll es lernen sich auch mal durchzusetzen ? …

Gut, da einmal einen Blick auf die Sozialentwicklung von Zwillingen, ja von Geschwistern generell, zu werfen (die will man ja auch manchmal trennen um sie vorwärts zu bringen)!

1

Zwei-eiige Zwillinge sind genauso unterschiedlich wie Geschwister (können von ihrer Art her also auf komplett unterschiedlichen Sternen leben). Ein-eiige Zwillinge sind in vielen Merkmalen sehr ähnlich - aber sie sind nicht gleich. Ganz grob kann man sagen: das Äußere deckt sich ziemlich (Aussehen, oft auch z.B. IQ), je weiter man aber auf die „innere Auskleidung“ blickt, desto mehr Unterschiede fallen auch bei ein-eiigen Zwillingen auf. Bei aller Ähnlichkeit hast du also zwei unterschiedliche Menschen vor Dir (weißt Du ja).

2

Der Forschungsstand zur Entwicklung von Individualität unter Zwillingen und generell Geschwistern ist gut ausgeleuchtet (das verdanken wir etwa Judith Harris, die die Studien dazu in ihrem Buch „“ zusammenfasst). Jedes Kind sucht sich

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Wie mit meiner willensstarken Tochter (2J) umgehen?

- 12-03-2024

Danke, und ja, das kann ich total nachvollziehen! Und andere Eltern sicher auch… Denn: ich habe diese Frage deshalb ausgesucht, weil sie häufiger gestellt wurde. Du bist, eindeutig, in deinem Kummer nicht allein.

Das vorweg: Ich kann Dir für deinen ganz eigenen Fall kein genaues Skript geben. Das geht nicht, weil ich weder dein Kind, noch dich, noch eure Geschichte kenne. Ich kann dir aber einen Hintergrund schildern, aus dem du bestimmt etwas mitnehmen kannst. Ja, auch ganz konkret für dich und deine Tochter.

1

Die letzte Frage beantwortest du selbst: „In den 4 Wänden festsitzen“ – nein, das ist wirklich kein Weg. Schauen wir lieber gemeinsam, was sonst noch geht… 😉

2

Zornanfälle in der Autonomiephase sind meist durch Frustration ausgelöst: Das Kind kann sein Ziel nicht erreichen, etwa weil ihm etwas misslingt oder weil ihm jemand etwas verwehrt („nein, wir fahren nicht noch mal, wir müssen nach Hause“). Das ist eine altersgerechte Reaktion, Kleinkinder lernen ja erst nach und nach ihre Gefühle gut zu regulieren. Das hat nichts mit „schlechten Absichten“ zu tun („mein Kind will Aufmerksamkeit“ – was für eine gemeine Denke!). Und niemand ist schuld. Auch du nicht.

3

Manchen Kindern fällt die Selbstregulation von ihrem Naturell her schwerer als anderen – sie haben sozusagen straffer aufgezogene Saiten. Und ja, das kann lästig sein. Diese Kinder haben dafür andere Stärken, und das weißt du auch

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Wutanfälle bei 7-jährigem Kind

- 05-03-2024

Ja, gut dass du fragst, denn vielleicht haben sich da auch ein paar Missverständnisse eingeschlichen. Vorweg das: Dass einem 7-jährigen Kind auch Dinge manchmal gegen den Strich gehen, ist normal. Nicht normal aber ist, dass ein ansonsten normal entwickeltes 7-jähriges Kind regelmäßig komplett die Kontrolle verliert und dabei handgreiflich und zerstörerisch wird, ob gegen Sachen oder gegen Dich. Vielleicht ein paar Gedanken dazu, nimmt Dir gerne raus, was für Dich stimmig erscheint:

1.

Ein Kind „durch einen Wut- oder Frustrationsanfall zu begleiten“ kann Sinn machen, wenn du ein Kleinkind vor Dir hast, das außer sich ist und dann vielleicht das Signal braucht: die Welt ist sicher, Mama ist da! Aber selbst vom Kleinkind kommt oft das deutliche Signal: „Jetzt lass mich auch mal selber was mit mir ausmachen!“ … … Aber Du hast hier einen 7 jährigen Jungen vor Dir, der Dir klar signalisiert, dass er sich gerade abgrenzen will. Das darf er.

2.

Ich halte es auch nicht für Deine Aufgabe, jetzt Deinem frustrierten oder zornigen Kind erklären oder zeigen zu wollen, wie man mit Zorn umgeht – das klappt nicht und ist ganz sicher der falsche Zeitpunkt (dazu gleich mehr). Und Du bist auch nicht der Coach oder die Therapeutin Deines Kindes, sondern seine Mutter, deren Grenzen Dein Sohn im Zorn offenbar massiv überschreitet und verletzt (es wundert mich, dass Du das in der Frage nicht thematisiert hast, denn mir fällt das stark ins

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Neue SIDS Studie – es kommt Bewegung in die Elternbett-Frage!

- 01-03-2024

SIDS-Forschung: wissenschaftlich herausfordernd…

Die SIDS-Forschung kann sich bekanntermaßen nicht auf „echte“ Experimente verlassen (also etwa nach dem Muster: eine Gruppe darf als Säuglinge auf dem Bauch schlafen, die andere nur auf dem Rücken, und dann wird das Ergebnis nach einem Jahr verglichen…), sie muss sich also mit weniger aussagekräftigen Forschungsmethoden zufrieden geben, und daraus das Beste machen. Dazu gehören Fall-Kontroll-Studien, die einen unglaublichen Aufwand bedeuten und entsprechend selten sind (dabei wird jedem an SIDS verstorbenen Säugling ein oder mehrere nicht verstorbene Säuglinge gleichen Alters und Geschlechts zugeordnet und dann mit Hilfe von umfangreichen Fragebögen untersucht, inwieweit sich die Umstände und Einflüsse in der Todesnacht unterschieden haben).

Eine weitere Methode sind retrospektive Analysen von Daten, die rund um diese tragischen Todesfälle gesammelt werden, etwa in der Sterbeurkunde oder bei der diagnostischen medizinischen Abklärung.

Neue vergleichende Register-Studie

Um eine solche post-hoc Analyse handelt es sich bei der jetzt in der renommierten Zeitschrift Pediatrics von bekannten US-amerikanischen SIDS-ForscherInnen veröffentlichten Studie.

Sie analysiert die unerwarteten Säuglingstodesfälle aus den Jahren 2011-2020 in mehreren Bundesstaaten der USA, die Daten beziehen sich insgesamt auf etwa ein Drittel der Gesamtpopulation der USA. Dabei kamen

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FAQ zu Mit Herz und Klarheit

- 01-03-2024

Gibt es auch eine Hörbuchversion?

Ja. Das Hörbuch gibt es als ungekürzte Fassung exklusiv bei Audible. Hier gehts zum Hörbuch.

 

Gibt es in diesem Buch Hinweise wenn man ein besonderes Kind hat? ADHS etc

Nein, ich bin aber der Meinung, dass besondere Kinder umso mehr von dem brauchen was alle Kinder brauchen

 

Ist das Buch auch noch für die Begleitung von pubertierenden Jugendlichen?

Ja, absolut! Gerade da brauchst du ja eine gute Grundhaltung, und Herz und Klar so viel es geht.

Für welches Alter der Kinder lohnt es sich zu lesen? Ist es grundlegend oder für Eltern von Kindern in bestimmten Alter? Werden Jugendjahre auch Thema sein?

Es ist grundlegend, aber voller praktischer Beispiele aus allen Atersgruppen, und erklärt auch die einzelnen Entwicklungsphasen (etwa Autonomiephase des Kleinkinds aber auch Pubertät)

 

Welches ist Ihr Lieblingssatz aus dem Buch?

»Typisch Kind: Die Frucht der Geborgenheit ist die Sehnsucht nach Aufbruch.«

und Hier mein Lieblings-Absatz:

»Der Verzicht auf Strenge heißt nicht, dass sich Eltern „alles gefallen lassen“. Nein, wir müssen nicht akzeptieren, wenn ein Kind gemein oder entwertend zu uns Eltern ist. Wir dürfen uns zeigen, und unsere Gefühle auch. Kein Kind hat Lust, mit einer von Teflon überzogenen Kunstfigur zu leben. Wie sollen Kinder ein echtes Miteinander

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Macht Zucker hyperaktiv?

- 27-02-2024

Danke, und ja, das ist immer wieder zu hören. Zuletzt ging es sogar in der Familie eines meiner Enkelkinder rund, weil die Mama der kleinen Motje erlaubt hatte, abends ausnahmsweise noch eine Süßigkeit zu essen. Der Papa aber meinte, da würde sie dann bestimmt nicht schlafen können.

Spoiler: sie schlief problemlos ein.

Und das passt auch sehr gut zu der wirklich umfangreichen wissenschaftlichen Literatur rund um Zucker und Kinder: Man kann Zucker für alles Mögliche verantwortlich machen (etwa Karies) – aber nicht dafür, dass Kinder ausser Rand und Band geraten, aggressiv sind, schlecht schlafen, schlechter (oder besser) denken oder generell hyperaktiv sind.

Und Zucker macht auch kein ADHS.

Schauen wir uns die Wissenschaft einmal an. Der Mythos, dass Zucker Kinder zappelig macht, exisitert nachweislich schon seit den 1940er Jahren. Neue Nahrung bekam diese Story dann in den 1970er Jahren, da berichtete ein Arzt in einer Ärztezeitschrift, dass er ein Kind mit vielfältigen Problemverhalten durch das komplette Weglassen von Zucker praktisch geheilt hätte!

Viele Eltern können da glaube ich mitschwingen. In Forschungsarbeiten lässt sich auch tatsächlich zeigen, dass Eltern häufig den Eindruck haben, ihr Kind sei nach dem Genuss von Zucker stärker aufgedreht. Die Forschenden machten dann allerdings gleich die Probe aufs Exempel und ließen die Kinder ein zuckerhaltiges Getränk trinken. Da war zwar in Wirklichkeit kein

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Wie viel Medienzeit ist ok für Kleinkinder?

- 20-02-2024

Ich muss dir gleich sagen: auch ich habe keine Antwort in Zahlen, denn die gibt es nicht.

Ganz generell, damit du meine eigene Haltung kennst: Ich bin beim Medienthema zwar nicht im Team Panik – aber im Team Vorsicht. Hier meine Koordinaten:

Die generelle Empfehlung der Kinderärzte („keine Bildschirmmedien unter 3“) finde ich wenig alltagstauglich und zu pauschal, man sollte den Eltern auch nicht Angst machen, dass ein kleines Gehirn allein durch das Gucken von Videos geschädigt wird, das ist Unsinn. Ich verstehe aber auch Eltern, die sagen: in den ersten paar Jahren reichen uns die „alten“ Medien vollauf, wir fahren damit besser.

Auch das ist mir wichtig: Für die „richtige“ Dosis werden gerne wissenschaftliche Studien angeführt. Nur: die Wissenschaft kann die Dosisfrage aus methodischen Gründen gar nicht beantworten. Und für dein Kind sowieso nicht. Und wenn ich die Studien dann durchgehe, die da ins Feld geführt werden, dann merke ich, dass die „ExpertInnen“ die Studien oft gar nicht gelesen haben. 😉

Deshalb halte dich an das, was du bei deinen Kindern beobachtest und was du selbst über ein gutes Leben mit Kindern weißt:

1. Auf das Kind kommt es an.

Wenn dein Kind beim Gucken Entspannung findet, sich freuen kann, im positiven Sinn „angeregt“ wird – gut. Andere Kinder sind schnell überreizt, und das vllt schon nach kurzer Zeit (die ganz Kleinen auch schon nach wenigen Minuten). Sie

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Wie gefährlich ist die Bauchlage für Säuglinge?

- 13-02-2024

Mit der Frage machst Du ein echtes Fass auf! Tatsächlich nämlich beißt sich die Forschung an der Bauchlage die Zähne aus, denn

einerseits weiß sie das: Viele Säuglinge – und gerade die jungen Säuglinge – regulieren sich in der Bauchlage besser und schlafen entsprechend auch besser… … andererseits aber ist die Bauchlage ein eindeutiger Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod.

Leider kommt die Forschung zu diesem Dilemma erst langsam in Gang (ich selbst bin mit einer Arbeitsgruppe daran beteiligt). Unklar ist zum Beispiel, worin das Risiko der Bauchlage genau besteht. Ist sie „aus sich heraus“ riskant? Oder entfaltet sich das Risiko nur unter bestimmten ungünstigen Bedingungen? Oder nur bei besonders vulnerablen Babys? Oder wenn beides zusammenkommt?

Für diese Vermutungen gibt es ein paar Hinweise aus der Forschung:

Das mit der Bauchlage verbundene SIDS-Risiko ist nämlich deutlich höher...

für Babys von Müttern, die in der Schwangerschaft geraucht haben die untergewichtig oder zu früh geboren wurden wenn ein Säugling kränkelt oder eine Infekt hat wenn ein Baby auf einer zu weichen oder unebenen Unterlage (etwa Sofa) schläft. wenn ein Säugling zum ersten Mal in Bauchlage zum Schlafen gelegt wird – also offenbar keine Erfahrung damit hat.

Dagegen ist das mit der Bauchlage verbundene SIDS-Risiko für gestillte Kinder geringer als für mit der Flasche ernährte

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Wie sage ich einem 19-Monate alten Kind Nein?

- 06-02-2024

Dein Kind kann den rationalen Grund für dein Nein noch nicht nachvollziehen. Und das wird noch lange so sein. Es braucht dafür nämlich ein Grundverständnis der Welt und des Miteinanders (warum darf ich mit dreckigen Schuhen nicht auf den Sitz in der U-Bahn klettern? Warum muss ich jetzt ins Bett, wo ich doch spielen will?). Dieses Grundverständnis entwickelt sich in der mittleren Kindheit (so 3 bis 10, je nach Thema...). Ab da werden die Kinder langsam „verständig“.

Dein Kind kann auch deine Gefühle noch nicht nachvollziehen. Etwa, warum du vielleicht zornig bist (Vase zerbrochen), panisch reagierst (Fummelei an der Steckdose) oder dir selber Stress machst (“dieses Kind testet Grenzen aus – ich muss dagegenhalten!”). Einfach, weil es noch nicht in deinen Kopf hineinblicken kann!

Die Kleinen üben diese Perspektivübernahme ab etwa drei, vier Jahren – beim Spielen etwa! Und sie werden darin von Jahr zu Jahr besser! Die hohe Schule dieses Projekts schaffen sie dann im späten Grundschulalter – jetzt erst verstehen sie etwa komplexe Ironie. Und jetzt kannst Du mit ihnen wunderbar diskutieren!

Dass dein Kind mit Protest reagiert, wenn du es etwas nicht machen lässt, ist absolut normal und erwartbar. Es versteht ja den Sinn deiner Handlung noch nicht! Natürlich ist es enttäuscht. Oder frustriert. Oder durcheinander (auf dem Sofa zuhause darf ich rumturnen und

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Herr Dr. Renz-Polster, was erwartet uns denn in Ihrem neuen Buch ?

- 05-02-2024

Herr Dr. Renz-Polster, was ist Ihr neues Buch denn – ein weiterer bedürfnisorientierter Elternratgeber?

HRP (schmunzelt): Natürlich geht es in meinem Buch um die kindlichen Bedürfnisse, und um Bindung, und wie! Das ist ja die Grundlage eines guten Miteinanders in der Familie. Aber von dort geht es noch ein ganzes Stück weiter, das deutet ja schon der Untertitel meines Buches an. Denn ja, wie ein Kind am Ende seiner Kindheit dasteht, entscheidet sich nicht nur an den guten Beziehungen zu seinen Eltern, wir vergessen das manchmal. Auch in liebevollen, achtsamen Beziehungen kann man einem Kind entscheidende Dinge vorenthalten.

… welche entscheidenden Dinge denn?

HRP: Entscheidend ist der *ganze* Erfahrungsraum des Kindes. Dazu gehört sein „Wurzelraum“, also das sichere Gebunden- und Bezogensein, aber genauso auch sein „Flügelraum“, wie ich es nenne. Also, dass das Kind auch die Welt entdecken kann, und das nicht unbedingt angeleint bei den Erwachsen, sondern mit dem eigenen Motor. Um diesen Flügelraum geht es mir in meinem neuen Buch auch deshalb, weil der in den letzten ein, zwei Generationen schwer gelitten hat. Ich gehe so weit, dass ich sage: Natürlich hätten die früheren, in den autoritären Zeiten aufgewachsenen Kinder die heutigen Kinder um deren insgesamt bessere Erziehung beneidet. Aber sie hätten sie wohl auch bemitleidet – für ihre oft lauwarmen Kindheiten nämlich. Den Entwicklungsraum müssen wir unbedingt wieder

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Empfehlen Sie die Meningokokken-B-Impfung?

- 30-01-2024

Eine hochaktuelle Frage, die Impfung gegen B-Meningokokken wurde ja jetzt gerade erst von der STIKO in das Regel-Impfprogramm für alle Kinder unter 5 Jahren aufgenommen. Vorgesehen für Deine Lilja sind dabei Impfungen mit 2, 4 und 12 Monaten. Für die Kleinkinder werden Nachholimpfungen bis zum 5. Geburtstag empfohlen.

Weil es eine wirklich komplexe Abwägung ist, habe ich hier auf meinem Blog einen ausführlichen Kommentar zur Frage der MenB-Impfung veröffentlicht. Er enthält auch weitere Informationen zu den Meningokokken-Infektionen, etwa auch, wie Du eine Infektion erkennen würdest, sollte sie auftreten. Gerne besuchen!

Vielleicht das vorweg: ich selbst bin im „Team Impfen“, finde also vorbeugende Impfungen grundsätzlich eine gute Strategie. Dennoch halte ich es für wichtig, jede Impfung auf ihre Vor- und Nachteile zu bewerten (das mache ich übrigens in meinem Buch „Gesundheit für Kinder“).

Die Meningokokken sind eine Familie von Bakterien aus mehreren Mitgliedern - diese werden als Serogruppen bezeichnet (es gibt fünf davon: A, B, C, Y und W). Sie leben als ganz normale Mitglieder unserer Mikrobenflora auf den Schleimhäuten im Mund und Rachen (das tun sie zumindest bei 10% von uns, sie machen diesen „Trägern“ dabei keine

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Was taugt die neue Meningokokken-B-Impfung für Kinder?

- 30-01-2024

Heute, etwa 1000 Jahre später, haben wir eine neue Impfung im Programm, die Impfung gegen Meningokokken B – möglich geworden erst durch den computergestützten Nachbau bestimmter Oberflächenstrukturen dieses Bakteriums.

A, B, C, Y, W…

Eltern kennen die Meningokokken schon mit einem anderen Buchstaben, dem C, also den „C“-Meningokokken, gegen die Kinder schon lange als Teil des Regelimpfungsprogramms in Deutschland geimpft werden (genauer: seit 2006). Die Meningokokken sind nämlich eine ganze Familie von Bösewichten, und deren Mitglieder, die so genannten „Serogruppen“, werden mit Buchstaben bezeichnet: A, B, C, Y, W. Sie treiben weltweit in unterschiedlicher Häufigkeit ihr Unwesen - und gegen alle kann inszwischen geimpft werden (neben den Regelimpfungen gegen MenC und jetzt MenB sind in Deutschland auch diverse ACWY-Kombi-Impfungen auf dem Markt verfügbar..

Übertragung und Risikofaktoren

Wie viele andere Bakterien auch, leben die Menigokokken „einfach so“ auf den Schleimhäuten gesunder Menschen. Etwa 10 % von uns sind solche „Träger“ und haben davon selbst in aller Regel keine Nachteile, werden also selbst nicht krank. Wenn die Bakterien allerdings auf andere übertragen werden – das geschieht durch Husten oder Niesen -, kann es extrem selten einmal passieren, dass die Bakterien in dem neuen Wirt in den Blutstrom vordringen und dann eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Das

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Meine Kinder, achtsam erzogen, spucken mich an.

- 23-01-2024

Ich danke Dir für Deine Offenheit und wie toll, dass Du jetzt den Punkt erreicht hast nach Hilfe zu fragen! Denn Euch allen geht es ja nicht gut, Deine Kinder eingeschlossen.

Und nein, Du musst jetzt nicht drohen oder Strafen verhängen (Danke dafür!). Du musst du selbst sein. Kein Fragezeichen (Diskutieren, Kommentieren, Betteln, langes Rumtexten), kein Ausrufezeichen (Beschämen, Bestrafen, Drohen), sondern ein Punkt: Ich bin diejenige, die hier den Laden am Laufen hält. Ich bin diejenige, die Euch Kinder versorgt und schützt. Und auch die Tiere, die bei uns leben. Ich bin die Hüterin unseres Lebens als Familie. WIR GEHEN SO NICHT MITEINANDER UM.

Und ja, ich weiß: du hast alles versucht, im besten Willen. Trotzdem will ich das an erste Stelle rücken: Wenn du wirklich an diese Haltung glaubst, wenn du wirklich ganz sicher bist, dass nur dieser Weg ein guter Weg ist, werden Deine Kinder dich überhaupt erst wahrnehmen. Und ihr werdet nach und nach den Prozess umkehren, der sich bei Euch eingeschliffen hat. Der sich eingeschliffen hat, weil Kinder mit unglaublich wachen Antennen nach Orientierung suchen: Was ist okay, was nicht? Wie geht man hier miteinander um? Diese Orientierung bekommen die Kinder durch die ganz normalen, menschlichen Reaktionen ihres Gegenübers: so ist es gut, so nicht. So passt es zum Familienleben, so nicht. So kann ich es selbst als Mama schaffen - und so nicht. Etwa, weil es über meine

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6-Jährige Tochter masturbiert in der Öffentlichkeit, was tun?

- 16-01-2024

Ja, wilde Thesen zur kindlichen Selbstbefriedigung gab es schon immer, auch heute noch. Ein paar Gedanken dazu.

Erstens. Schon Babys haben sexuelle Regungen, also spüren Lust auch über die Genitalien, den Eltern sind die dazugehörigen Phänomene wie erigierter Penis oder geschwollene Schamlippen vertraut. Und auch dass die Kleinen der Lust durch bestimmte Körperstellungen und Bewegungen manchmal nachhelfen. Das ist Ausdruck einer ganz normalen, gesunden Entwicklung. Mit unserer erwachsenen Sexualität ist diese „Ganzkörperlust“ nicht gut zu vergleichen. Das Kind sammelt dabei Erfahrungen, entdeckt seinen Körper, und ist dabei pragmatisch wie in jedem Spiel: wenn ich das oder jenes tue, bekomme ich schöne Gefühle, Punkt.

Zweitens. Für das Kind sind die sinnlichen Momente wichtig, es lernt dabei auch seinen Körper gern zu haben. Es ist deshalb gut, wenn du ihm die Freiheit gibst sich selbst zu entdecken (und andere, etwa gleichaltrige Kinder auch, da stehen ja dann so mit drei oder vier Jahren die „Doktorspiele“ hoch im Kurs, die wir den Kindern nicht verderben dürfen, aber dazu vielleicht mal was wann ander mal).

Drittens, und zurück zur Selbstbefriedigung. Weil es für sie ja nichts Peinliches ist, machen Kinder das auch im Beisein anderer. Sollen/dürfen wir dann eingreifen? Natürlich. Zum Beispiel, weil man eben doch „erwachsene“ Schamgefühle hat, oder vielleicht

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Kein Schiff wird kommen

- 12-01-2024

Kinder entwickeln irgendwann ab der mittleren Kindheit einen eigenen Blick auf die Welt. Wo vorher vieles einfach Sache der Erwachsenen war, geht jetzt ein Fenster zur Welt auf: Wie läuft das hier? Was passiert um mich herum? Wo läuft das alles hin? Was ist meine eigene Rolle in dem Ganzen? Kurz, Kinder und Jugendliche denken über ihre Rolle in der Gesellschaft nach, was sie dort wohl erwartet, und sie entwickeln eine „Haltung“ dazu: was ist gut, und was ist böse, was ist richtig, was ist falsch, wo stehe ich in diesem Treiben? Sie bewerten sozusagen die Welt, in der sie gelandet sind und leiten daraus eine Art Grundgefühl des Lebens ab. Das kann aus einer inneren Gegenwehr bestehen: Nein, wir so nicht leben! - Man denke etwa an die Emanzipationsbewegungen der auslaufenden 1960er ff Jahre, Generation Woodstock usw. Oder es kann aus einem Erschrecken bestehen, gepaart mit einem: aber wir können das schaffen! Denn wir haben neue Ideale und wir haben Kraft und Grund zu Optimismus – das wäre etwa das Lebensgefühl, das ich als Jugendlicher hatte, Zeit des zugespitzten Ost-West-Konflikts und auch der aufkeimenden Ökologie-Bewegung: wir werden die Erde retten!

Und heute? Ich glaube, wir machen uns die Not unserer Kinder und Jugendlichen nicht deutlich genug. Was sie mit dem Blick auf die Welt heute innerlich erleben. Welche lähmende Auswegslosigkeit. Sie sind ja nicht blind, und sehen, dass das Klima kippt. Sie wissen, dass die Erwachsenen zu spät begonnen

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Karies durch Langzeitstillen?

- 09-01-2024

Das Wichtigste an dieser Frage ist mir gar nicht die Karies selber, sondern die Frage nach der Schuld. Dass sich Eltern sofort schuldig fühlen, wenn das Kind was hat oder leiden muss, ist normal.

Aber du musst unbedingt auch einen Schutz dagegen stellen! Und dir immer wieder sagen: ich mache hier alles so gut ich kann, und eigentlich läuft es gut. Du, mein Kind, hast bei mir Geborgenheit, wir sorgen gut für dich, du gedeihst.

Passieren uns vielleicht manchmal auch Fehler? Kriegen wir etwas nicht so gut auf die Reihe? Bestimmt, das gehört auch zu dem Paket „Leben mit Kindern“. In dem passieren nicht nur Magie und Wunder, sondern auch Unfälle, Irrtum und anderer Sch…. Wir versuchen dann das Beste draus zu machen und daraus zu lernen. Aber insgesamt machen wir es gut.

DAS ZÄHLT und ist das Entscheidende: Dein Kind ist gesund und ganz, auch wenn es jetzt Karies an den Zähnchen hat. Manchnmal passieren solche Sachen, und die beste Mama oder Papa können es nicht verhindern. Die Frage nach der Schuld führt nirgendwohin.

Aber zu Deiner Frage! Wie Stillen und Karies zusammenhängen, ist unglaublich komplex.

Du siehst es ja schon an deinem persönlichen Fall. Würdest du deine Tochter jetzt nicht mehr stillen und sie bekommt Karies, dann hieße es: das kommt vom Zucker! Oder von den Genen. Oder vielleicht putzt sie zu wenig. Jetzt heißt es: es kommt vom Stillen.

Auch die Wissenschaft kann die Frage nicht eindeutig

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