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Wo geht es hier eigentlich um die Kinder? | kinder-verstehen.de

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Webseite von Herbert Renz-Polster zur kindlichen Entwicklung, Pädagogik und Erziehung. Informationen rund um die kindliche Entwicklung, die kindliche Gesundheit sowie zu Erziehungsfragen. Fragen zum Schlafen, zum Essen, zum Stillen oder zur Förderung und Bildung der Kinder.

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Kategorie : Linkbuch > Familie und Kinder

Neue SIDS Studie – es kommt Bewegung in die Elternbett-Frage!

- 01-03-2024

SIDS-Forschung: wissenschaftlich herausfordernd…

Die SIDS-Forschung kann sich bekanntermaßen nicht auf „echte“ Experimente verlassen (also etwa nach dem Muster: eine Gruppe darf als Säuglinge auf dem Bauch schlafen, die andere nur auf dem Rücken, und dann wird das Ergebnis nach einem Jahr verglichen…), sie muss sich also mit weniger aussagekräftigen Forschungsmethoden zufrieden geben, und daraus das Beste machen. Dazu gehören Fall-Kontroll-Studien, die einen unglaublichen Aufwand bedeuten und entsprechend selten sind (dabei wird jedem an SIDS verstorbenen Säugling ein oder mehrere nicht verstorbene Säuglinge gleichen Alters und Geschlechts zugeordnet und dann mit Hilfe von umfangreichen Fragebögen untersucht, inwieweit sich die Umstände und Einflüsse in der Todesnacht unterschieden haben).

Eine weitere Methode sind retrospektive Analysen von Daten, die rund um diese tragischen Todesfälle gesammelt werden, etwa in der Sterbeurkunde oder bei der diagnostischen medizinischen Abklärung.

Neue vergleichende Register-Studie

Um eine solche post-hoc Analyse handelt es sich bei der jetzt in der renommierten Zeitschrift Pediatrics von bekannten US-amerikanischen SIDS-ForscherInnen veröffentlichten Studie.

Sie analysiert die unerwarteten Säuglingstodesfälle aus den Jahren 2011-2020 in mehreren Bundesstaaten der USA, die Daten beziehen sich insgesamt auf etwa ein Drittel der Gesamtpopulation der USA. Dabei kamen

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FAQ zu Mit Herz und Klarheit

- 01-03-2024

Gibt es auch eine Hörbuchversion?

Ja. Das Hörbuch gibt es als ungekürzte Fassung exklusiv bei Audible. Hier gehts zum Hörbuch.

 

Gibt es in diesem Buch Hinweise wenn man ein besonderes Kind hat? ADHS etc

Nein, ich bin aber der Meinung, dass besondere Kinder umso mehr von dem brauchen was alle Kinder brauchen

 

Ist das Buch auch noch für die Begleitung von pubertierenden Jugendlichen?

Ja, absolut! Gerade da brauchst du ja eine gute Grundhaltung, und Herz und Klar so viel es geht.

Für welches Alter der Kinder lohnt es sich zu lesen? Ist es grundlegend oder für Eltern von Kindern in bestimmten Alter? Werden Jugendjahre auch Thema sein?

Es ist grundlegend, aber voller praktischer Beispiele aus allen Atersgruppen, und erklärt auch die einzelnen Entwicklungsphasen (etwa Autonomiephase des Kleinkinds aber auch Pubertät)

 

Welches ist Ihr Lieblingssatz aus dem Buch?

»Typisch Kind: Die Frucht der Geborgenheit ist die Sehnsucht nach Aufbruch.«

und Hier mein Lieblings-Absatz:

»Der Verzicht auf Strenge heißt nicht, dass sich Eltern „alles gefallen lassen“. Nein, wir müssen nicht akzeptieren, wenn ein Kind gemein oder entwertend zu uns Eltern ist. Wir dürfen uns zeigen, und unsere Gefühle auch. Kein Kind hat Lust, mit einer von Teflon überzogenen Kunstfigur zu leben. Wie sollen Kinder ein echtes Miteinander

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Macht Zucker hyperaktiv?

- 27-02-2024

Danke, und ja, das ist immer wieder zu hören. Zuletzt ging es sogar in der Familie eines meiner Enkelkinder rund, weil die Mama der kleinen Motje erlaubt hatte, abends ausnahmsweise noch eine Süßigkeit zu essen. Der Papa aber meinte, da würde sie dann bestimmt nicht schlafen können.

Spoiler: sie schlief problemlos ein.

Und das passt auch sehr gut zu der wirklich umfangreichen wissenschaftlichen Literatur rund um Zucker und Kinder: Man kann Zucker für alles Mögliche verantwortlich machen (etwa Karies) – aber nicht dafür, dass Kinder ausser Rand und Band geraten, aggressiv sind, schlecht schlafen, schlechter (oder besser) denken oder generell hyperaktiv sind.

Und Zucker macht auch kein ADHS.

Schauen wir uns die Wissenschaft einmal an. Der Mythos, dass Zucker Kinder zappelig macht, exisitert nachweislich schon seit den 1940er Jahren. Neue Nahrung bekam diese Story dann in den 1970er Jahren, da berichtete ein Arzt in einer Ärztezeitschrift, dass er ein Kind mit vielfältigen Problemverhalten durch das komplette Weglassen von Zucker praktisch geheilt hätte!

Viele Eltern können da glaube ich mitschwingen. In Forschungsarbeiten lässt sich auch tatsächlich zeigen, dass Eltern häufig den Eindruck haben, ihr Kind sei nach dem Genuss von Zucker stärker aufgedreht. Die Forschenden machten dann allerdings gleich die Probe aufs Exempel und ließen die Kinder ein zuckerhaltiges Getränk trinken. Da war zwar in Wirklichkeit kein

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Wie viel Medienzeit ist ok für Kleinkinder?

- 20-02-2024

Ich muss dir gleich sagen: auch ich habe keine Antwort in Zahlen, denn die gibt es nicht.

Ganz generell, damit du meine eigene Haltung kennst: Ich bin beim Medienthema zwar nicht im Team Panik – aber im Team Vorsicht. Hier meine Koordinaten:

Die generelle Empfehlung der Kinderärzte („keine Bildschirmmedien unter 3“) finde ich wenig alltagstauglich und zu pauschal, man sollte den Eltern auch nicht Angst machen, dass ein kleines Gehirn allein durch das Gucken von Videos geschädigt wird, das ist Unsinn. Ich verstehe aber auch Eltern, die sagen: in den ersten paar Jahren reichen uns die „alten“ Medien vollauf, wir fahren damit besser.

Auch das ist mir wichtig: Für die „richtige“ Dosis werden gerne wissenschaftliche Studien angeführt. Nur: die Wissenschaft kann die Dosisfrage aus methodischen Gründen gar nicht beantworten. Und für dein Kind sowieso nicht. Und wenn ich die Studien dann durchgehe, die da ins Feld geführt werden, dann merke ich, dass die „ExpertInnen“ die Studien oft gar nicht gelesen haben. 😉

Deshalb halte dich an das, was du bei deinen Kindern beobachtest und was du selbst über ein gutes Leben mit Kindern weißt:

1. Auf das Kind kommt es an.

Wenn dein Kind beim Gucken Entspannung findet, sich freuen kann, im positiven Sinn „angeregt“ wird – gut. Andere Kinder sind schnell überreizt, und das vllt schon nach kurzer Zeit (die ganz Kleinen auch schon nach wenigen Minuten). Sie

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Wie gefährlich ist die Bauchlage für Säuglinge?

- 13-02-2024

Mit der Frage machst Du ein echtes Fass auf! Tatsächlich nämlich beißt sich die Forschung an der Bauchlage die Zähne aus, denn

einerseits weiß sie das: Viele Säuglinge – und gerade die jungen Säuglinge – regulieren sich in der Bauchlage besser und schlafen entsprechend auch besser… … andererseits aber ist die Bauchlage ein eindeutiger Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod.

Leider kommt die Forschung zu diesem Dilemma erst langsam in Gang (ich selbst bin mit einer Arbeitsgruppe daran beteiligt). Unklar ist zum Beispiel, worin das Risiko der Bauchlage genau besteht. Ist sie „aus sich heraus“ riskant? Oder entfaltet sich das Risiko nur unter bestimmten ungünstigen Bedingungen? Oder nur bei besonders vulnerablen Babys? Oder wenn beides zusammenkommt?

Für diese Vermutungen gibt es ein paar Hinweise aus der Forschung:

Das mit der Bauchlage verbundene SIDS-Risiko ist nämlich deutlich höher...

für Babys von Müttern, die in der Schwangerschaft geraucht haben die untergewichtig oder zu früh geboren wurden wenn ein Säugling kränkelt oder eine Infekt hat wenn ein Baby auf einer zu weichen oder unebenen Unterlage (etwa Sofa) schläft. wenn ein Säugling zum ersten Mal in Bauchlage zum Schlafen gelegt wird – also offenbar keine Erfahrung damit hat.

Dagegen ist das mit der Bauchlage verbundene SIDS-Risiko für gestillte Kinder geringer als für mit der Flasche ernährte

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Wie sage ich einem 19-Monate alten Kind Nein?

- 06-02-2024

Dein Kind kann den rationalen Grund für dein Nein noch nicht nachvollziehen. Und das wird noch lange so sein. Es braucht dafür nämlich ein Grundverständnis der Welt und des Miteinanders (warum darf ich mit dreckigen Schuhen nicht auf den Sitz in der U-Bahn klettern? Warum muss ich jetzt ins Bett, wo ich doch spielen will?). Dieses Grundverständnis entwickelt sich in der mittleren Kindheit (so 3 bis 10, je nach Thema...). Ab da werden die Kinder langsam „verständig“.

Dein Kind kann auch deine Gefühle noch nicht nachvollziehen. Etwa, warum du vielleicht zornig bist (Vase zerbrochen), panisch reagierst (Fummelei an der Steckdose) oder dir selber Stress machst (“dieses Kind testet Grenzen aus – ich muss dagegenhalten!”). Einfach, weil es noch nicht in deinen Kopf hineinblicken kann!

Die Kleinen üben diese Perspektivübernahme ab etwa drei, vier Jahren – beim Spielen etwa! Und sie werden darin von Jahr zu Jahr besser! Die hohe Schule dieses Projekts schaffen sie dann im späten Grundschulalter – jetzt erst verstehen sie etwa komplexe Ironie. Und jetzt kannst Du mit ihnen wunderbar diskutieren!

Dass dein Kind mit Protest reagiert, wenn du es etwas nicht machen lässt, ist absolut normal und erwartbar. Es versteht ja den Sinn deiner Handlung noch nicht! Natürlich ist es enttäuscht. Oder frustriert. Oder durcheinander (auf dem Sofa zuhause darf ich rumturnen und

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Herr Dr. Renz-Polster, was erwartet uns denn in Ihrem neuen Buch ?

- 05-02-2024

Herr Dr. Renz-Polster, was ist Ihr neues Buch denn – ein weiterer bedürfnisorientierter Elternratgeber?

HRP (schmunzelt): Natürlich geht es in meinem Buch um die kindlichen Bedürfnisse, und um Bindung, und wie! Das ist ja die Grundlage eines guten Miteinanders in der Familie. Aber von dort geht es noch ein ganzes Stück weiter, das deutet ja schon der Untertitel meines Buches an. Denn ja, wie ein Kind am Ende seiner Kindheit dasteht, entscheidet sich nicht nur an den guten Beziehungen zu seinen Eltern, wir vergessen das manchmal. Auch in liebevollen, achtsamen Beziehungen kann man einem Kind entscheidende Dinge vorenthalten.

… welche entscheidenden Dinge denn?

HRP: Entscheidend ist der *ganze* Erfahrungsraum des Kindes. Dazu gehört sein „Wurzelraum“, also das sichere Gebunden- und Bezogensein, aber genauso auch sein „Flügelraum“, wie ich es nenne. Also, dass das Kind auch die Welt entdecken kann, und das nicht unbedingt angeleint bei den Erwachsen, sondern mit dem eigenen Motor. Um diesen Flügelraum geht es mir in meinem neuen Buch auch deshalb, weil der in den letzten ein, zwei Generationen schwer gelitten hat. Ich gehe so weit, dass ich sage: Natürlich hätten die früheren, in den autoritären Zeiten aufgewachsenen Kinder die heutigen Kinder um deren insgesamt bessere Erziehung beneidet. Aber sie hätten sie wohl auch bemitleidet – für ihre oft lauwarmen Kindheiten nämlich. Den Entwicklungsraum müssen wir unbedingt wieder

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Empfehlen Sie die Meningokokken-B-Impfung?

- 30-01-2024

Eine hochaktuelle Frage, die Impfung gegen B-Meningokokken wurde ja jetzt gerade erst von der STIKO in das Regel-Impfprogramm für alle Kinder unter 5 Jahren aufgenommen. Vorgesehen für Deine Lilja sind dabei Impfungen mit 2, 4 und 12 Monaten. Für die Kleinkinder werden Nachholimpfungen bis zum 5. Geburtstag empfohlen.

Weil es eine wirklich komplexe Abwägung ist, habe ich hier auf meinem Blog einen ausführlichen Kommentar zur Frage der MenB-Impfung veröffentlicht. Er enthält auch weitere Informationen zu den Meningokokken-Infektionen, etwa auch, wie Du eine Infektion erkennen würdest, sollte sie auftreten. Gerne besuchen!

Vielleicht das vorweg: ich selbst bin im „Team Impfen“, finde also vorbeugende Impfungen grundsätzlich eine gute Strategie. Dennoch halte ich es für wichtig, jede Impfung auf ihre Vor- und Nachteile zu bewerten (das mache ich übrigens in meinem Buch „Gesundheit für Kinder“).

Die Meningokokken sind eine Familie von Bakterien aus mehreren Mitgliedern - diese werden als Serogruppen bezeichnet (es gibt fünf davon: A, B, C, Y und W). Sie leben als ganz normale Mitglieder unserer Mikrobenflora auf den Schleimhäuten im Mund und Rachen (das tun sie zumindest bei 10% von uns, sie machen diesen „Trägern“ dabei keine

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Was taugt die neue Meningokokken-B-Impfung für Kinder?

- 30-01-2024

Heute, etwa 1000 Jahre später, haben wir eine neue Impfung im Programm, die Impfung gegen Meningokokken B – möglich geworden erst durch den computergestützten Nachbau bestimmter Oberflächenstrukturen dieses Bakteriums.

A, B, C, Y, W…

Eltern kennen die Meningokokken schon mit einem anderen Buchstaben, dem C, also den „C“-Meningokokken, gegen die Kinder schon lange als Teil des Regelimpfungsprogramms in Deutschland geimpft werden (genauer: seit 2006). Die Meningokokken sind nämlich eine ganze Familie von Bösewichten, und deren Mitglieder, die so genannten „Serogruppen“, werden mit Buchstaben bezeichnet: A, B, C, Y, W. Sie treiben weltweit in unterschiedlicher Häufigkeit ihr Unwesen - und gegen alle kann inszwischen geimpft werden (neben den Regelimpfungen gegen MenC und jetzt MenB sind in Deutschland auch diverse ACWY-Kombi-Impfungen auf dem Markt verfügbar..

Übertragung und Risikofaktoren

Wie viele andere Bakterien auch, leben die Menigokokken „einfach so“ auf den Schleimhäuten gesunder Menschen. Etwa 10 % von uns sind solche „Träger“ und haben davon selbst in aller Regel keine Nachteile, werden also selbst nicht krank. Wenn die Bakterien allerdings auf andere übertragen werden – das geschieht durch Husten oder Niesen -, kann es extrem selten einmal passieren, dass die Bakterien in dem neuen Wirt in den Blutstrom vordringen und dann eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Das

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Meine Kinder, achtsam erzogen, spucken mich an.

- 23-01-2024

Ich danke Dir für Deine Offenheit und wie toll, dass Du jetzt den Punkt erreicht hast nach Hilfe zu fragen! Denn Euch allen geht es ja nicht gut, Deine Kinder eingeschlossen.

Und nein, Du musst jetzt nicht drohen oder Strafen verhängen (Danke dafür!). Du musst du selbst sein. Kein Fragezeichen (Diskutieren, Kommentieren, Betteln, langes Rumtexten), kein Ausrufezeichen (Beschämen, Bestrafen, Drohen), sondern ein Punkt: Ich bin diejenige, die hier den Laden am Laufen hält. Ich bin diejenige, die Euch Kinder versorgt und schützt. Und auch die Tiere, die bei uns leben. Ich bin die Hüterin unseres Lebens als Familie. WIR GEHEN SO NICHT MITEINANDER UM.

Und ja, ich weiß: du hast alles versucht, im besten Willen. Trotzdem will ich das an erste Stelle rücken: Wenn du wirklich an diese Haltung glaubst, wenn du wirklich ganz sicher bist, dass nur dieser Weg ein guter Weg ist, werden Deine Kinder dich überhaupt erst wahrnehmen. Und ihr werdet nach und nach den Prozess umkehren, der sich bei Euch eingeschliffen hat. Der sich eingeschliffen hat, weil Kinder mit unglaublich wachen Antennen nach Orientierung suchen: Was ist okay, was nicht? Wie geht man hier miteinander um? Diese Orientierung bekommen die Kinder durch die ganz normalen, menschlichen Reaktionen ihres Gegenübers: so ist es gut, so nicht. So passt es zum Familienleben, so nicht. So kann ich es selbst als Mama schaffen - und so nicht. Etwa, weil es über meine

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6-Jährige Tochter masturbiert in der Öffentlichkeit, was tun?

- 16-01-2024

Ja, wilde Thesen zur kindlichen Selbstbefriedigung gab es schon immer, auch heute noch. Ein paar Gedanken dazu.

Erstens. Schon Babys haben sexuelle Regungen, also spüren Lust auch über die Genitalien, den Eltern sind die dazugehörigen Phänomene wie erigierter Penis oder geschwollene Schamlippen vertraut. Und auch dass die Kleinen der Lust durch bestimmte Körperstellungen und Bewegungen manchmal nachhelfen. Das ist Ausdruck einer ganz normalen, gesunden Entwicklung. Mit unserer erwachsenen Sexualität ist diese „Ganzkörperlust“ nicht gut zu vergleichen. Das Kind sammelt dabei Erfahrungen, entdeckt seinen Körper, und ist dabei pragmatisch wie in jedem Spiel: wenn ich das oder jenes tue, bekomme ich schöne Gefühle, Punkt.

Zweitens. Für das Kind sind die sinnlichen Momente wichtig, es lernt dabei auch seinen Körper gern zu haben. Es ist deshalb gut, wenn du ihm die Freiheit gibst sich selbst zu entdecken (und andere, etwa gleichaltrige Kinder auch, da stehen ja dann so mit drei oder vier Jahren die „Doktorspiele“ hoch im Kurs, die wir den Kindern nicht verderben dürfen, aber dazu vielleicht mal was wann ander mal).

Drittens, und zurück zur Selbstbefriedigung. Weil es für sie ja nichts Peinliches ist, machen Kinder das auch im Beisein anderer. Sollen/dürfen wir dann eingreifen? Natürlich. Zum Beispiel, weil man eben doch „erwachsene“ Schamgefühle hat, oder vielleicht

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Kein Schiff wird kommen

- 12-01-2024

Kinder entwickeln irgendwann ab der mittleren Kindheit einen eigenen Blick auf die Welt. Wo vorher vieles einfach Sache der Erwachsenen war, geht jetzt ein Fenster zur Welt auf: Wie läuft das hier? Was passiert um mich herum? Wo läuft das alles hin? Was ist meine eigene Rolle in dem Ganzen? Kurz, Kinder und Jugendliche denken über ihre Rolle in der Gesellschaft nach, was sie dort wohl erwartet, und sie entwickeln eine „Haltung“ dazu: was ist gut, und was ist böse, was ist richtig, was ist falsch, wo stehe ich in diesem Treiben? Sie bewerten sozusagen die Welt, in der sie gelandet sind und leiten daraus eine Art Grundgefühl des Lebens ab. Das kann aus einer inneren Gegenwehr bestehen: Nein, wir so nicht leben! - Man denke etwa an die Emanzipationsbewegungen der auslaufenden 1960er ff Jahre, Generation Woodstock usw. Oder es kann aus einem Erschrecken bestehen, gepaart mit einem: aber wir können das schaffen! Denn wir haben neue Ideale und wir haben Kraft und Grund zu Optimismus – das wäre etwa das Lebensgefühl, das ich als Jugendlicher hatte, Zeit des zugespitzten Ost-West-Konflikts und auch der aufkeimenden Ökologie-Bewegung: wir werden die Erde retten!

Und heute? Ich glaube, wir machen uns die Not unserer Kinder und Jugendlichen nicht deutlich genug. Was sie mit dem Blick auf die Welt heute innerlich erleben. Welche lähmende Auswegslosigkeit. Sie sind ja nicht blind, und sehen, dass das Klima kippt. Sie wissen, dass die Erwachsenen zu spät begonnen

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Karies durch Langzeitstillen?

- 09-01-2024

Das Wichtigste an dieser Frage ist mir gar nicht die Karies selber, sondern die Frage nach der Schuld. Dass sich Eltern sofort schuldig fühlen, wenn das Kind was hat oder leiden muss, ist normal.

Aber du musst unbedingt auch einen Schutz dagegen stellen! Und dir immer wieder sagen: ich mache hier alles so gut ich kann, und eigentlich läuft es gut. Du, mein Kind, hast bei mir Geborgenheit, wir sorgen gut für dich, du gedeihst.

Passieren uns vielleicht manchmal auch Fehler? Kriegen wir etwas nicht so gut auf die Reihe? Bestimmt, das gehört auch zu dem Paket „Leben mit Kindern“. In dem passieren nicht nur Magie und Wunder, sondern auch Unfälle, Irrtum und anderer Sch…. Wir versuchen dann das Beste draus zu machen und daraus zu lernen. Aber insgesamt machen wir es gut.

DAS ZÄHLT und ist das Entscheidende: Dein Kind ist gesund und ganz, auch wenn es jetzt Karies an den Zähnchen hat. Manchnmal passieren solche Sachen, und die beste Mama oder Papa können es nicht verhindern. Die Frage nach der Schuld führt nirgendwohin.

Aber zu Deiner Frage! Wie Stillen und Karies zusammenhängen, ist unglaublich komplex.

Du siehst es ja schon an deinem persönlichen Fall. Würdest du deine Tochter jetzt nicht mehr stillen und sie bekommt Karies, dann hieße es: das kommt vom Zucker! Oder von den Genen. Oder vielleicht putzt sie zu wenig. Jetzt heißt es: es kommt vom Stillen.

Auch die Wissenschaft kann die Frage nicht eindeutig

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Politik auf dem Wickeltisch

- 06-01-2024

Im Folgenden sei ein zentrales Thema der letzten Jahre genauer beleuchtet, der Rechtspopulismus. Der Begriff hat schon vom Wortbild her einen doppelten Kern. Da ist zum einen der Populismus: Darunter versteht man Richtungen, welche die Vorstellung vertreten, das (gute) Volk sei angeblich schlechten Eliten ausgeliefert, welche dem rechtschaffenen Bürger Einfluss, Macht und Kontrolle vorenthalten. Der andere Kern ist der Autoritarismus: Mit diesem Begriff wird die Neigung von Menschen beschrieben, sich in ein System von Befehl und Gehorsam einzugliedern und gleichzeitig diejenigen abzuwerten, die nicht zur eigenen Gruppe gehören – andere Ethnien etwa. Der Rechtspopulismus wird deshalb treffender auch als autoritärer Populismus bezeichnet.

Die vielen Formen des Autoritarismus

Betrachtet man den Kern des Autoritarismus, also die bedingungslose Eingliederung in eine moralisch überzeichnete Hierarchie, so verwundert es nicht, dass er kein Privileg politisch organisierter Parteien ist – und ein Privileg »rechter« Parteien schon gar nicht. Autoritäres, hierarchisches oder auf soziale Dominanz gerichtetes Denken lässt sich auch bei »linken« politischen Strömungen finden – Stalin und Mao oder ebenfalls ein Andreas Baader von der Roten Armee Fraktion können als Beispiele dienen. Aber auch in den Religionen dieser Welt sind autoritäre Strömungen zu finden – von der Sektengemeinde Colonia Dignidad über die »12 Stämme« (Anfang

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Saure Durken – muss mein Kind zur Logopädie?

- 02-01-2024

Nein, das braucht er nicht.

Das Verdrehen der Konsonanten am Wortanfang ist völlig normal und geht von selber weg. Das liegt daran: manche Konsonanten sind schwer zu bilden, weil das Kind dazu nicht nur die Lippen und Zunge brauchen. Sondern auch: ganz schön Luftdruck!

Wir machen das mal miteinander: Sprich mal den Buchstaben „K“. Da muss hinten der Gaumen dicht versiegelt sein, dann wird das Zwerchfell angespannt (wie beim Husten), und dann wird das K sozusagen explosionsartig herausgeschleudert 😉 Ganz schön schwierig!

Viel leichter ist das T. Da muss dein Kind nur die Zungenspitze ein bisschen hochheben und an die obere Zahnreihe legen. Und dann reicht schon ein kleines bisschen Luft um ein schönes T zu produzieren! Dazu muss man nicht viel mit dem Zwerchfell arbeiten.

Deshalb ersetzen viele Kinder am Anfang das K durch ein T. Sie schenken sich dann Taffee ein. Oder sie essen saure Durken.

Woher ich weiß, dass das von alleine weg geht?

Ganz einfach: gibt es im deutschen Sprachraum irgendwelche Erwachsenen, die Taffee trinken? Nein. Keinen einzigen!

Na also. Weil nämlich alle das mit dem Zwerchfell irgendwann gut hinbekommen.

Also: einfach abwarten – wie schön!

Gilt das für alle „Sprachfehler“? Nein. Auch hier kann der Realitätscheck helfen. Gibt es Erwachsene, die stottern? Natürlich, und die meisten haben damit als Kinder begonnen. Ergo: Stottern kann sich manchmal verfestigen

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Neuerscheinung: Mit Herz und Klarheit

- 01-01-2024

Die gute Autorität

Viele Eltern wollen ihre Kinder liebevoll und zugewandt erziehen, doch die Konflikte im Alltag bringen sie immer wieder an ihr Limit. Und schon sind die alten Fragen wieder da: Wie viel Grenzen brauchen Kinder? Sollte ich nicht konsequenter sein? Wie kann ich erziehen ohne zu verletzen?

Der renommierte Erziehungsexperte und Kinderarzt Herbert Renz-Polster beschreibt in diesem umfassenden Kompass, wie Kinder ihre Stärken entwickeln und wie eine Erziehung gelingt, die Mitbestimmung und elterliche Führung verbindet.

Ein wegweisendes Buch, das gerade jetzt Orientierung gibt, wo viele Eltern an den in dem Buch behandelten Hotspots verzweifeln: der Medienproblematik, der oft wackeligen Kooperation in der Familie und der Frage nach den Grenzen.

Für eine Erziehung, die Familien stärkt, weil sie Kindern beides schenkt: Wurzeln und Flügel.

Mehr Infos...

 

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Streit mit der pubertierenden Tochter

- 26-12-2023

Ja, sehr wohl habe ich die. Hier kann ich nur ein paar Kerzen anzünden, passt ja zur Weihnachtszeit. Vielleicht tust auch Du das im Kopf immer wieder, um langsam Licht und Orientierung in Eure Beziehungskiste reinzubringen?

Wie wunderbar, dass Beziehungen lebendig sind und sich auch immer wieder in neue Richtungen formen lassen. Du und Dein „Kind“ waren einmal verbunden, das löst sich nicht einfach auf. Das ist Eure Basis.

Bleiben wir aber gleich bei der Verbundenheit, an der scheint es jetzt zu hapern. Und das merkt man. Denn nur wer sich verbunden fühlt, arbeitet gerne zusammen. Wie könnt Ihr neue Maschen knüpfen? Denke dran rum. Eine Basis ist das Interesse, das verstehen-Wollen: Was bewegt Dich gerade? Und: gibt es etwas, das Euch beiden Spaß macht (100 % gibt es das!)? Eine geteilte Aufgabe vielleicht sogar? („Wer nachts gemeinsam das Feuer hütet, wächst zusammen“ – HRP) Leider dominieren bei uns im Alltag oft die trennenden Erfahrungen – welche sind das bei Euch? Die solltet Ihr Euch vornehmen.

Du bist frustriert mit Deiner Tochter – und Deine Tochter ist frustriert mit Dir – warum? Weil Deine Tochter sich nicht gesehen...

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Mein Kind will nicht Pipi machen

- 19-12-2023

Ja, das ist pipi-technisch ein heikles Alter, weil der Übergang zum Alles-selber-Können oft halt erst zu 95 oder 98 Prozent gemeistert ist … und das Kind dann bei besonderen Herausforderungen an seine Grenzen kommt.

Etwa in der Kita. Da sind die Abläufe anders, vielleicht auch das Spiel mit den anderen Kinder soooo super spannend, so dass man dann doch mal lieber hochhält – und das geht dann halt nur eine Weile gut und irgendwann in die Hose. Oder das Klo ist dem Kind ein bisschen fremd oder mit Angst besetzt, und das hat sich bei Kindern im gerade so im dritten bis fünften Lebensjahr schnell. Denn sie sind jetzt im „magischen Alter“, das heißt, dass sie sich rasch auch eine Welt zurechtlegen, in der Krabbeltiere, Geister oder sonstige Gefahren irgendwo versteckt sein könnten. Etwa im Klo.

Manchmal lauern aber auch zuhause Stress-Faktoren. Ein neues Geschwisterkind beispielsweise, Stress zwischen den Eltern, der sich auf das Kind überträgt, ein Umzug, und so weiter.

Gut, aber du willst wissen, was du tun kannst.

Die Abklärung organischer Ursachen ist immer eine gute Idee. Das beginnt damit, mal den Urin anzuschauen, ob vielleicht doch ein Harnwegsinfekt vorliegt. Aber bei dem wäre eher häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen zu erwarten. Auch für eine organisch bedingte Blasenfunktionsstörung sehe ich keinen Hinweis. Medizinisch sollte aber auf jeden Fall auch eine chronische Verstopfung ausgeschlossen werden, denn

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Die Zahl 5,7

- 17-12-2023

Der Zahl 5,7 nämlich. Das ist der Personalschlüssel, nach dem die Unter-Dreijährigen Kinder in den ostdeutschen Bundesländern betreut werden (eigentlich sollte ich sagen: „gebildet“ werden, aber dazu gleich mehr).

Was die Zahl aussagt

Schauen wir uns einmal an, was die Zahl 5,7 genau aussagt. Sie beschreibt den Personalschlüssel – das ist „ein statistischer Wert, nach dem errechnet wird, wie viel Personal in einer Kita eingestellt wird.“ Er besagt im Grunde lediglich das: pro 5,7 Krippenplätzen besteht 1 voller Arbeitsvertrag mit einer pädagogischen Fachkraft. Heißt das, dass sich im Krippenalltag eine Fachkraft um 5,7 Kinder kümmern kann?

Leider nein. Denn das echte ErzieherInnen-Leben beinhaltet auch

Krankheitstage (und zwar nicht zu knapp, der ErzieherInnenberuf gehört wegen der hohen Stressbelastung und der vielen Infekt zu den Berufen mit den höchsten Ausfallszeiten) Urlaubstage Fortbildungszeiten Vorbereitungs- und Nachbereitungszeiten für die pädagogische Arbeit Dokumentation Elterngespräche Teambesprechungen Und und und

Kurz, der Personalschlüssel sagt nur wenig darüber aus, wie viel Zeit eine Erzieherin oder ein Erzieher in der Kita für ein Kind hat. Da kommt es viel stärker auf eine andere Größe an, die so genannte Fachkraft-Kind-Relation. „Sie gibt an“, so schreibt die Bertelsmann-Stiftung, „wie viele Kinder eine Vollzeit-Fachkraft rechnerisch unmittelbar im Alltag

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Ich habe Angst vor dem Plötzlichen Kindstod

- 12-12-2023

Das geht nicht wenigen Eltern so, und bei Ängsten ist das mit der Beratung so eine Sache. Denn ich kann zwar Zahlen nennen, die dich beruhigen könnten, aber ihre Wirkung ist oft begrenzt.

Es ist wie mit den Schlangen und den Autos: Wir haben irre Angst vor Schlangen, obwohl im Grunde niemand daran stirbt. Autos machen uns weniger Angst, obwohl die x-tausend mal gefährlicher sind, rein statistisch.

Aber ich versuche es trotzdem Und ich glaube auch, dass an deiner Angst eine falsche Aufklärung über den Plötzlichen Kindstod (SIDS) schuld ist, die leider auch zum Teil meine Kollegen betreiben, ist nun einmal so. Denn was bei Eltern oft hängenbleibt ist das:

SIDS ist sehr häufig SIDS kann jedes Baby treffen, jederzeit

Ich beschäftige mich nun schon seit 2013 mit SIDS, auch wissenschaftlich. Und ich kann nur sagen: das stimmt so nicht. Schauen wir uns die Aussagen an.

SIDS ist sehr häufig? Dazu wird in „Aufklärungsgesprächen“ oft behauptet, es sei die häufigste Todesursache im Säuglingsalter. Oder im Säuglingsalter nach der Neugeborenenzeit (also ab dem 2. Monat). Fakt ist aber das: SIDS ist heute sehr selten. Wenn man die Erstickungstodesfälle hinzuzählt, so sterben daran etwa 100 Säuglinge jährlich in

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Fieber – senken oder nicht?

- 07-12-2023

Dass Eltern bei einem fiebernden Kind gerne zum Fiebermittel greifen, ist verständlich. Denn anders als so manch andere Arznei, wie etwa die Hustenmittel, wirken die Fiebersäfte, -zäpfchen oder tabletten sehr gut. Oft wird aus einem jämmerlich leidenden Kind ein Kind, das wieder einigermaßen fit erscheint. Kein Wunder dreht sich die Diskussion unter Eltern eher um die Frage: welches Fiebermittel ist besser (Paracetamol oder Ibuprofen, oder gar beide zusammen?) als um die Frage: Soll Fieber überhaupt medikamentös gesenkt werden? Allenfalls werden noch die Gradzahlen verhandelt, ab denen das Fiebermittel zum Einsatz kommt: 38 Grad? 38,5 Grad? 39 Grad?

Die Erfahrungen des Prof. Julius Wagner-Jauregg

Die Fieberforschung begann mit einer zufälligen Beobachtung – die  dann in einem Nobelpreis endete. Ihr Kern: Fieber kann ein Freund sein, und was für einer!

Syphilis, eine von dem Bakterium Treponema pallidum ausgelöste Erkrankung, war bis weit in das 20. Jahrhundert hinein eine Geißel der Menschheit. Insbesondere ihr letztes Stadium, die Neurosyphilis,  brachte Menschen in der Blüte ihres Lebens um ihre Gesundheit, ja um ihren Verstand (Robert Schumanns frühe Umnachtung etwa war darauf zurückzuführen, dass sein Gehirn von Syphilis befallen war). Eine Therapie gab es nicht, Antibiotika wurden ja erst Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckt.

In den 1880er Jahren machte der österreichische Psychiater Julius Wagner-Jauregg allerdings

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Geschwister streiten ständig. Was tun?

- 05-12-2023

Puuh, ja, Streit unter Geschwistern gehört wirklich zu den Dauerbrennern in den Familien.

Warum? Weil auch Kinder unterschiedliche Interessen haben. Und noch nicht gelernt haben, diese immer konstruktiv und geräuschlos auszugleichen (wir Erwachsenen sind darin ja auch nicht perfekt).

Das erklärt, warum Geschwisterkinder umso häufiger in Streit geraten je jünger sie sind und je enger der Altersabstand ist. Sie konkurrieren dann eher mal um die gleichen Kuchenstückchen.

Wie damit umgehen? Wichtig ist mir das:

Erstens. Wenn sich Eltern bei mir über die ewigen Geschwisterkonflikte beklagen, gebe ich gerne den Rat, ganz bewusst auch die andere Seite zu betrachten: WIE TOLL, DASS IHR EUCH ALS GESCHWISTER HABT! Das ist eine riesen Chance, ein ganzes Leben lang. Ja, manchmal nervig, aber unter dem Strich: think positive! (Ich glaube, meine eigenen Eltern hätten sonst das Leben mit uns Zwillingen gar nicht überlebt, der Streit unter Zwillingen kann episch sein!) Zweitens (um beim Positiven zu bleiben): Kinder machen ja beides: sie spielen miteinander, und sie streiten miteinander. Und weil sie unbedingt und immer wieder miteinander spielen wollen, fällt es ihnen auch leichter, immer wieder zusammenzufinden. The show must go on! Auch hier sind Zwillinge echte Meister. Diese endlosen Grabenkämpfe ohne Versöhnung und Widerannäherung, die sich manche Erwachsene leisten, sind bei Kindern ja die absolute Ausnahme. Wie schön! Drittens: Wir...

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Kind weint wenn Papa es ins Bett bringt

- 28-11-2023

Das ist ein ganz normales Verhalten von kleinen Kindern: Gerade beim Einschlafen suchen sie verstärkt nach dem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, nur dann können sie loslassen und in den Schlaf finden. Kommen Kinder in Not oder Stress verengt sich ihr Bindungshorizont. Und zwar auf die Person, mit der sie bisher die meisten guten Erfahrungen mit „Stress-lass-nach“ gemacht haben. In den meisten Familien ist das bis heute die Mutter, sie ist in der Alltagsroutine ja de facto zumeist vorne dran im Interaktionssystem.

Wie damit umgehen? Das hängt von mehreren Faktoren ab.

Erstens von der Vater-Kind-Beziehung. Ist der Vater präsent im Alltag des Kindes und die beiden miteinander gut vertraut? Das ist etwas anderes als wenn der Vater das Kind tagsüber nur wenig begleiten kann und das Kind entsprechend wenig gemeinsame Routinen mit ihm entwickeln konnte. Zweitens von der Reaktion des Kindes. Es gibt die zarter besaiteten Kinder, die doll viel Hülle und Begleitung brauchen, und es gibt andere, die sich schneller umstellen und auch ein dickeres Fell haben. Die ersteren werden durch euren Plan mehr belastet als die letzteren. Manche Einjährige werden in der ungewohnten Situation dann stundenlang schreien, bis sie vor Erschöpfung einschlafen. Andere weinen ein bisschen, geben sich dann aber mit der Situation zufrieden. Mehr noch: Manche Kleinkinder entwickeln als Reaktion eine Ablehnung gegenüber dem Vater, andere bleiben dem Papa dann auch...

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Wie kann ich die Papa-Fixierung meines Sohnes überwinden?

- 21-11-2023

Ich verstehe deinen Frust voll und ganz. Niemand will von seinem Kind abgelehnt werden! Und doch ist das ein normales Verhalten deines Kindes (kein Wunder gibt es dafür die stehenden Begriffe „Mamakind“ oder „Papakind“). Und gerade die Kleinkinder unterlegen ihre Wahl ja gerne mit ziemlich krasser Filmmusik: Entweder Du oder Du!

Hier meine survival-Tipps

Erstens: daran, dass sich das mit der Bevorzugung manchmal so einspielt (und auch so extrem einspielt), hat niemand Schuld oder etwas falsch gemacht. Das ist mir wichtig, weil man mit einem Rabenblick nur sich selber schwächt und entwertet. Oder dem Kind gegenüber ein schlechtes Gewissen hat („was habe ich nur falsch gemacht?“). Beides macht euer Miteinander nur noch komplizierter. Zweitens: Du bist auch für dein Papakind in Wirklichkeit eine ganze Mama! Äußerlich mag dein Kind dir die rote Karte zeigen, das heißt aber nicht, dass dein Sohn innerlich nichts von dir hält. Denn innen drin läuft eure Bindung weiter, und du bist weiterhin der Garant seines Lebens und Wohlbefindens. Mehr noch: dein Sohn braucht dich trotzdem voll und ganz! Selbst wenn er dich anbrüllt! Verwechsele also nicht Form und Inhalt. Drittens: Ja, das nervt und kränkt, und ich bin froh, dass du das thematisierst, auch mit deinem Mann. Und Du wirst auch immer wieder Rückzugsmomente brauchen, in denen du dir das eingestehst, um mit einem Seufzer dann doch immer wieder zu verzeihen und wieder in Beziehung zu gehen. Dein...

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Ist es gefährlich, dass unser Baby alles in den Mund nimmt?

- 14-11-2023

Das passt gut zu meinem letzten Post - denn gerade Remo Largo hat sich mit diesen Fragen ganz intensiv beschäftigt. Er erklärt dieses "Mundeln", wie es auch genannt wird, als Teil des Kennenlernens der Umwelt. Und er kann sich dabei auf wissenschaftliche Ergebisse stützen.

Die kopiere ich hier aus seinem ungeheuer informativen Buch einfach mal ein:

Orales Erkunden. Will ein Säugling einen Gegenstand ergreifen, führt er, durch seine Augen geleitet, seine Hände zum Gegenstand. Sobald er den Gegenstand ergriffen hat, benutzt er aber nicht etwa seine Augen, sondern seinen Mund, um den Gegenstand zu untersuchen. Er führt den Gegenstand zum Mund, befühlt ihn mit seinen Lippen und tastet ihn mit der Zunge ab.

Dann führt er weiter aus:

Das Kind will nicht prüfen, ob der Gegenstand essbar ist, oder ihn gar verschlingen. Sein Verhalten hat Erkundungscharakter: Es lernt den Gegenstand über seinen Mund kennen. Mit Lippen und Zunge untersucht es Größe, Konsistenz, Form und Oberflächenbeschaffenheit. Dabei vermitteln ihm die Sinneskörperchen der Schleimhäute sowie der Zungen- und Lippenmuskeln Eindrücke über die Beschaffenheit des Gegenstandes (sogenannte taktilkinästhetische Wahrnehmung). Die Entwicklungspsychologin Rose und ihre Mitarbeiter haben zeigen können, dass 9 Monate alte Säuglinge Formen von Gegenständen, die sie ausschließlich mit dem Mund untersucht haben, mit den

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Baby lässt sich zum Schlafen nicht ablegen

- 07-11-2023

Diese Erfahrung machen unzählige andere Eltern auch. Die meisten Babys können einfach alleine nicht gut entspannen und ergo auch nicht schlafen. Der Grund ist nicht, dass die Babys eine Störung hätten, vielmehr kommen sie mit diesem uralten Programm auf die Welt, nach dem ist die Nähe zu ihrer versorgenden Bindungsperson schlicht und einfach ihre Lebensversicherung. Ich erkläre das hier (so gut ich kann 😉 ).

Da ist guter Rat teuer: dagegen kämpfen führt tatsächlich oft zu *Kampfbeziehungen*. Denn: die Kleinen lassen sich nicht mir-nichts-dir-nichts dieses Schutzprogramm abgewöhnen. Deshalb spielt Ihr jetzt immer Ping-Pong: dein Baby entspannt sich an deiner Nähe und wacht dann wieder auf, sobald es im eigenen Bettchen ist. Kein Wunder schlafen rund um die Erde die meisten Babys direkt bei ihren stillenden Müttern (manche Wissenschaftler verwenden für den Säuglingsschlaf deshalb das Wort „breastsleeping“ – hier ein Eintrag dazu im Still-Lexikon.

Noch ein Wort zum Wachhalten: das wird das Problem nicht lösen. Manchmal schafft das in diesem Alter sogar eher Probleme, weil die Babys dadurch oft gereizter sind und dann abends und nachts umso mehr die Nähe und Mit-Regulation der Eltern brauchen. Auch trinken die über ihr Maß hinaus wach gehaltenen Babys

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Mein 17 Monate alter Sohn haut seit einigen Wochen

- 31-10-2023

Das Wichtigste vorweg: Das Verhalten deines Sohnes darf nicht zwischen euch geraten, denn es hört von selber auf. Nicht durch Druck, Strenge oder Negativ-Sein. Sondern durch den ganz normalen Umgang in der Familie. Und die soziale Entwicklung des Kindes.

Hauen – bei manchen Kindern auch Beißen – ist viel häufiger als viele denken. Und es zeichnet nicht etwa „schlecht erzogene“ Kinder oder Kinder mit einer problematischen Entwicklung aus – sondern zumeist ganz normale Kinder, die in ganz normalen Familien leben. Wichtig deshalb auch, dass du dich nicht für dein Kind schämst.

Das „Problem“ dahinter ist ein Doppeltes: der geistige Hubraum des kleinen Kindes reicht noch nicht aus um zu verstehen, was sein Verhalten für den anderen bedeutet. Das Kleinkind hat noch kein gutes „soziales Verständnis“. Das entwickelt sich erst richtig ab etwa 3 Jahren. Gleichzeitig kann ein Kleinkind seine Impulse noch nicht gut kontrollieren, der Topf der Gefühle läuft sozusagen einfach über.

Vom Kind aus ist es so: Durch die körperliche Aggression - Hauen oder auch Beißen – kann es momentane Anspannung abreagieren. Das ist nicht immer Frust, manchmal sogar Freude oder einfach Erregung. Oder es kann dadurch eine Situation, die es überfordert, „überspielen“. Und natürlich kann es seinen Wirksamkeitstrieb ausleben (und wie!).

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Mutterschaft und Stillen: Kritik in der Paarberatung

- 24-10-2023

Ich verstehe Ihre Kränkung absolut. Sie sind die Mutter, und das Stillen ist weder die Expertise noch der Aufgabenbereich eines Mediators. Ob Sie und Ihr Kind mit dem Stillen gut fahren, das können nur Sie einschätzen, und nicht ein Fremder, der weder Sie noch Ihr Kind kennt. Er ist doch nicht von Ihnen beauftragt, Ihr Leben zu sichten, was in Ordnung ist und was nicht, welche Anmaßung! Ich verstehe Mediation anders.

Also da ist guter Rat teuer, die Frage ist, ob bei einer solchen übergriffigen Haltung überhaupt ein Vertrauensverhältnis da sein kann. Es wird auch an Ihrem Mann hängen, ob er diese Art mitmachen will, denn es könnte dann auch auf eine ungute  "Lagerbildung" herauslaufen, dann haben Sie sowieso nur Kummer. Denn was soll dabei rauskommen, außer dass Sie sich ständig für Ihr Leben verteidigen müssen? Das kann nicht angehen und sollte auch nicht im Interesse Ihres Ex-Mannes sein, der, so hoffe ich, im Vordergrund das Wohlergehen Ihres gemeinsamen Kindes sieht.

Zum längeren Stillen wurde schon so viel Unfug behauptet, ich will deshalb auf ein paar wichtige Punkte hinweisen.

Zum einen war Stillen von Kleinkindern immer Teil des arttypischen Standards. Ich erkläre die Hintergründe in diesem Blog-Beitrag und gehe auch auf die Wissenschaft dahinter ein. Es gibt keinen Hinweis, dass die Selbstständigkeitsentwicklung des

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Gehören Tränen zur Eingewöhnung dazu?

- 17-10-2023

Ich finde nicht, dass die Trennung weh tun muss oder dass das Weinen per se gut und richtig ist. Das Ziel der Eingewöhnung ist ja eigentlich, dass sich das Kind von sich aus trennen kann, und das bedeutet: ohne großen inneren Aufruhr.

Ich finde aber auch nicht, dass Weinen nicht sein darf und tunlichst zu vermeiden wäre. Weder beim Kind noch bei seinen Eltern. Kleine Kinder und ihre Mamas und Papas dürfen Trennungsschmerz empfinden und sie *dürfen* auch weinen - und der Übergang in die Kita kann trotzdem okay sein. Denn ja, manchmal überfordert die Trennung das Kind, das zeigt sich dann aber an mehr als nur an seinem Trennungsschmerz.

Manchmal ist es aber auch so, dass das Kind eigentlich bereit ist für die Kita, dort sich gut aufgehoben fühlt - aber dann ist der Abschied eben doch überwältigend. Weil das Kind seine Mama oder Papa doch so sehr mag und daran erinnert wird, wenn es an die Trennung geht. Und im Hier und Jetzt dann doch lieber bei ihnen bleiben will. Vielleicht kennt Ihr das selbst von Trennungen auch im Erwachsenenalter? Ich jedenfalls kenne es - man „muss” (oder will) auf eine Reise gehen, aber puuh, wenn es dann an den Abschied geht, wird einem das Herz so schwer, dass man doch am Liebsten da bleiben würde. Ist man dann mal im Zug, ist es okay, man kriegt den Bindungsgummi wieder entspannt - und kommt irgendwann freudig zurück und vielleicht sogar bereichert.

Das ist bei Kindern auch so. Der Weg ist vielleicht

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Scham und Schuld in der Kindererziehung

- 10-10-2023

Ein solches Verhalten ist für mich eine Form der Beschämung. Und Beschämung ist eine besonders hinterhältige Form der Bestrafung, weil sie dem Kind suggeriert es habe sich nicht nur schlecht verhalten, sondern es SEI schlecht – wozu sonst würden Eltern auf einem abgeschlossenen Fall herumreiten?

Hinter einem Konflikt mit Kindern steht immer ein Motiv oder ein Signal. Das Kind handelt „schlecht“, weil es enttäuscht ist, frustriert ist, zornig ist oder sich gemein behandelt fühlt. Oder weil es sich nicht anders ausdrücken kann. Das „schlechte Verhalten“ fällt also nicht vom Himmel, sondern hat einen tieferen Grund (gut, manchmal sind die Kinder auch nur übermüdet oder hungrig 😉) Trotzdem: zu einer guten Konfliktlösung gehört auch, den *Grund* hinter dem ganzen Drama zu sehen: Warum oder *wofür* tut mein Kind das? Was treibt es an? Kommt ein Bedürfnis zu kurz, fühlt es sich nicht gesehen, hat es Stress im Leben, und warum? Darauf einzugehen macht dann eine konstruktive Konfliktlösung aus. Anders die destruktive Lösung. Da geht es darum, wer Recht hat, wer die Schuld hat und wer angefangen hat.

Dieses Erinnern an eine „schuldhafte Tat“ gehört für mich deshalb zu einer destruktiven Konfliktlösung. Und das immer weiter schwelen zu lassen setzt dem noch einen drauf.

Literatur dazu - ein guter Einstieg (auch in die "Wissenschaft" von der Scham) ist die Literatur von Brené Brown – insbesondere ihr . Sehr schön von

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