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Wo geht es hier eigentlich um die Kinder? | kinder-verstehen.de
Webseite von Herbert Renz-Polster zur kindlichen Entwicklung, Pädagogik und Erziehung. Informationen rund um die kindliche Entwicklung, die kindliche Gesundheit sowie zu Erziehungsfragen. Fragen zum Schlafen, zum Essen, zum Stillen oder zur Förderung und Bildung der Kinder.
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Kind (fast 2) weigert sich gewickelt zu werden
- 10-02-2026
Ja genau, manchmal muss es einfach sein – du musst zu einem Termin oder das Kind in die Krippe oder ins Bett oder zu den Großeltern, ihr kennt die Arie. Also Danke für diese super praktische, spannende Frage!
Und wie immer: Auf das „Wie“ kommt es an. Bei einem 2-Jährigen sowieso, der eben noch nicht gut versteht, dass er z.B. wund wird, wenn die Windel nicht bald gewechselt wird oder dass das Sofa jetzt nass oder braun wird.
Deshalb bringt die populäre Strategie Nummer 1 nichts, nämlich: dem Kind erklären und erklären und erklären. Alles was du deinem Kind dann erzählst, ist für ihn sicher eine nette Unterhaltung, aber dein Kind versteht da nur Bahnhof. Es hat jetzt noch keinen Blick auf Logik oder zeitversetze Folgen von Handlungen (“warum braucht es eine frische Windel für Oma?”) Jetzt versteht dein Kind allenfalls konkrete, simple Infos wie:“Danach kannst du weiterspielen, ja?” Auch in einem anderen Punkt ist es unglaublich wichtig für uns, den Entwicklungsstand im Kopf zu haben: Dein Kind checkt noch nicht, dass dir das Windelwechseln wichtig ist, sein Protest richtet sich nicht GEGEN DICH.
Und wenn wir schon bei Alter und Entwicklungsstand sind: Dein eigenes Mindset ist unglaublich wichtig. Also, dass du innerlich klar bist: Kind, wir machen hier das Richtige, lass es uns tun. Und: Es ist jetzt nicht der Welt Ende, dass
...Die Wissenschaft hat festgestellt… “Kinder die von Oma und Opa betreut werden, sind weniger gesund”
- 30-01-2026
Die Studie zeigt, wie leicht Wissenschaft, aber auch die Berichterstattung darüber , Eltern an der Nase herumführt (meist ungewollt, einfach aus einem fehlenden Verständnis der Methoden heraus).
Kurz: Bei der Studie handelt es sich um die Auswertung von Befragungsdaten, in denen Eltern verschiedene Fragen zum eigenen Wohlbefinden und zur Gesundheit ihrer Kinder beantworten. Dieser Datenbestand wird nun mit Blick auf die räumliche Entfernung der Großeltern analysiert.
Heraus kommt ...
... je näher die Großeltern wohnen, desto zufriedener sind die Eltern (vor allem die Mütter) mit der Betreuungs- und auch ihrer eigenen Freizeit-Situation. ... Und: desto eher berichten die Eltern auch von gesundheitlichen Problemen bei ihren Kindern...Und genau daraus wird nun der Aufhänger als Klick-Köder für die Presse:
"Wenn Enkel oft bei ihren Großeltern sind, ist das nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit der Kinder."
Da ist nur ein Problem. Genau das zeigt diese Studie eben nicht.
Schauen wir genauer hin, dann zeigt sich zuerst, dass die Aussage nur mit Einschränkungen gilt:
... der angeblich nachteilige Effekt auf die Gesundheit war klein. ... und er betraf nur die Altersgruppe der GrundschülerInnen ... und er betraf nur...‚Fieses‘ Verhalten mit 18 Monaten?
- 27-01-2026
Mein Rat, meine Hoffnung, mein inniger Wunsch: Behandelt dieses Kind als das „kleine“ Kind, das es ist (sagt einer, der gerne daran erinnert, dass wir den „größeren“ Kindern durchaus etwas mehr zutrauen dürfen 😉).
Warum ich mir das wünsche? Natürlich ist das Verhalten dieses Kindes in seiner Konsequenz „fies“, aber es ist nicht fies gemeint. Klar will das kleine Kind in Kontakt treten und es tut das ja auch durchaus effektiv. Aber eben unbeholfen und mit den falschen Mitteln. Aber da ist keine „böse“ Strategie am Werk.
Warum ich das mit großer Sicherheit sage: dazu müsste der kleine Mensch wissen, welche Konsequenzen sein Handeln „in der Tiefe“ hat, und da muss ich kurz ausholen. Denn um die Folgen des eigenen Handelns zu überblicken und auf dieser Basis irgendwann sogar „sozial“ zu handeln, braucht es zwei Voraussetzungen. Nämlich…
… die Fähigkeit mitzufühlen (hier also: mitzuleiden) und … die Fähigkeit, sich in die Absichten, Gedanken und generell die „Perspektive“ der anderen hineinzuversetzen.Zuerst zum Mitfühlen. Was das Mitfühlen angeht, entwickelt das Mädchen gerade erst die entsprechenden Voraussetzungen. Nämlich: zwischen dem Selbst und der anderen Person unterscheiden zu können - sich also als selbst handelndes „Ich“ wahrzunehmen. Diese Fähigkeit entwickelt sich im Laufe des zweiten Lebensjahres, typischerweise mit 18 Monaten (auch Säuglinge können schon emotional
...Lieder gegen den Hass
- 25-01-2026
Das folgende Video zeigt die große Trauerzeremonie, mit der Simone Veil, die Grande Dame der französischen Nachkriegsdemokratie, im Jahr 2018 ins Pantheon überführt wurde. Ich werde dazu weiter unten noch etwas sagen, schaut euch vielleicht jetzt einfach die Bilder an.
https://www.youtube.com/watch?v=daPzaE5-Lhs
Die Schülerinnen und Schüler tragen pantomimisch ein in Frankreich sehr bekanntes Lied vor, „nuit et brouillard“ (Nacht und Nebel).
Es erinnert an die Opfer des Holocausts und die dort erlebte Brutalität, in vielen ehrlichen Bildern.
Es ist 1963 erschienen, ist also schon „sehr alt“. Und doch enthält es eine sehr aktuelle, persönliche Warnung des Komponisten:
Diese Worte sagt man heut, die sind wert keinen Deut. Ich soll nur Lieder singen, die aus Liebe erklingen. Und Blut schnell trocken wird, wenn es Geschichte wird, und dass es nichts mehr bringt, wenn meine Gitarre erklingt.
Geschrieben hat das Lied Jean Ferrat, Kind eines jüdischen Vaters russischer Abstammmung, der im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden war. Jean wurde von Widerstandskämpfern vor den Nazis versteckt. Er wurde zu einem der prägendsten Chansonniers der Nachkriegszeit (zu der z.B. auch Edith Piaf,
...Kind (4 J) möchte alles bestimmen
- 13-01-2026
Danke, dass du das mit uns teilst! Ich glaube sehr viele hier Mitlesende kennen die Enttäuschung, wenn ein Kind sich einfach nicht auf unsere Pläne und Ansagen einlassen kann und das Familienleben dadurch mühsam und anstrengend wird.
Und zwar auf beiden Seiten, das ist das erste, was ich hier kommentieren will. Auch dein Kind ist nicht glücklich, sondern innerlich angespannt und unzufrieden. Das äußert sich dann in einem fordernden, gereizten Verhalten, „nichts ist richtig“.
Was könnte dahinter stehen?
Häufig fällt hier der Blick auf möglicherweise „ungesehene“ Bedürfnisse des Kindes. Eltern fragen sich dann, ob ihr Kind vielleicht zu wenig Wertschätzung erfährt, sich zu wenig mit Mama/Papa verbunden fühlt oder zu wenig Gelegenheiten hat, um seine Autonomie auszuleben. Natürlich ist ein solcher „Bedürfnischeck“ immer ein guter erster Schritt, und dein Sohn ist ja tatsächlich in einer Entwicklungsphase wo wir das Bedürfnis nach Autonomie deutlich sehen und ernst nehmen.
Die Frage, die wir hier allerdings manchmal vergessen ist die: In welchen Bereichen soll mein Kind sein „Projekt Autonomie“ denn üben? Eine wahrhaft spannende Frage! Es gibt nämlich zwei Formen von »Autonomie«. Die eine: Das Kind erfährt sich als wirksam, weil es Entscheidungen treffen kann, ob für sich oder andere (man spricht deshalb auch von »Entscheidungsautonomie«). Hier etwa: ich will jetzt zum Spielzeugladen,
...Sind Schlaftrainings also doch okay?
- 16-12-2025
Liest man den Beitrag , so erscheint die Ferber-Methode („kontrolliertes Schreienlassen“, hierzulande bekannt aus „Jedes Kind kann schlafen lernen“) als etwas ungeheuer Effektives, ja, eine Art Wundermittel. Das Baby weint ein paar Minuten – dann hat es den Trick verstanden und schläft von nun an problemlos ein.
Nur: Das ist eine Art Greenwashing, es schafft falsche Erwartungen, denn sehr häufig sehen Schlaftrainings ganz anders aus, und davon ist auch Richard Ferber in „solve your child´s sleep problems“ und Frau Kast-Zahn in „Jedes Kind kann schlafen lernen“ ausgegangen. Etwa, wenn sie beschreiben, dass Babys dann auch so verzweifelt weinen, dass sie sich erbrechen. Die Antwort Ferbers:
„In diesem Fall sollten die Eltern die Sauerei schnell wegputzen und dann das Zimmer verlassen und mit dem Schlaftraining fortfahren.“
Die Antwort von Frau Kast-Zahn: ebenso (man müsse damit „sachlich und ruhig umgehen“.
Und ja, dieses Buch wird nun, im Jahr 2025, den Eltern wieder ans Herz gelegt. Ein Buch, in dem es übrigens von falschen und für die Eltern extrem verunsichernden Informationen nur so wimmelt – etwa, dass Babys „ab sechs Monaten“ 10 oder sogar 11 Stunden ohne Pause durchschlafen würden.
Also: Die Autorin mag Ferbers Buch genau gelesen haben,
...Herbert Renz-Polster über sein neues Buch »Auf die Flügel kommt es an«
- 15-12-2025
Lieber Herbert Renz-Polster, in Ihrem neuen Buch geht es um die »Flügel« in der Begleitung von Kindern. Was meinen Sie damit?
Es gibt ja dieses Bild, nach dem die Kinder für ihre Entwicklung Wurzeln, aber auch Flügel brauchen. Beides wirkt zusammen, das eine führt ohne das andere nicht zum Ziel. Wir haben in den letzten 20 Jahren einen starken Fokus auf die Wurzeln gelegt, gerade in der bedürfnisorientierten Elternschaft – also auf Bindung, achtsame Beziehungen und die Nähe-Bedürfnisse der Kinder. Das war gut, aber ich glaube, dabei sind die »Flügel« zu kurz gekommen. Damit meine ich die Unterstützung der kindlichen Selbstständigkeit.
Warum sind die Flügel so wichtig?
Ein Kind hat im Lauf seiner Entwicklung so viele Erfahrungen zu sammeln und Lernschritte zu tun! Es will die warme Kuhle des Lebens erfahren, es will aber auch seine Fähigkeiten aufbauen, immer besser mit sich selbst klar zu kommen, und mit den anderen auch. Schlüsselbegriffe heißen hier Selbstregulation und soziale Kompetenz. Und das ergibt sich nicht einfach daraus, dass wir lieb zu unseren Kleinen sind (daraus, dass wir sie triezen wie früher übrigens auch nicht :) ). Kinder müssen sich ausprobieren, tun und machen, aber in einem Rahmen, der sie nicht überfordert und zu ihrem Entwicklungsstand passt. Dazu suchen sie auf Schritt und Tritt nach Orientierung.
Warum fällt es Eltern oft schwer, eine Balance zwischen Orientierung und Freiheit zu
...Mein Kind will nur noch zu Oma und Opa
- 09-12-2025
Ich glaube, ganz viele Eltern können da mit dir mitschwingen!
Ich will mich einer Antwort nähern, indem ich zuerst ein bisschen aushole – und zwar hin zum „Bindungssystem“ des Kindes. Bindung wird nach meiner Beobachtung noch immer arg missverstanden, nämlich, dass es hier um eine sozusagen „genetische“ Sache geht, bei der das Kind auf seine Eltern geprägt wird (früher dachte man auch gerne: auf seine Mutter). Oder dass die Eltern zumindest „die Nase vorn“ hätten – eben weil sie Mama und Papa sind.
Das hat mit der Realität nichts zu tun. Das Bindungssystem des Kindes ist offen für alle Versorgenden, vorzugsweise solche, die dem Kind das bieten, was es sucht, nämlich eine verlässliche, förderliche, wohlwollende Begleitung. Catch as catch can, kann man sagen. Das Kind richtet sich da weder nach Geschlecht noch nach Verwandtschaftsgrad, und auch ältere Kinder werden akzeptiert, solange sie die Bedürfnisse des Kindes kompetent erfüllen (was etwa auf ältere Geschwister zutreffen kann, die rund um die Erde wichtige Bindungspartner:innen sind). Dass die Bindung heute in unserem Kulturkreis in der Regel stark auf Mama und Papa zuläuft (oder auch auf Mama allein), hat einfach damit zu tun, dass sonst meist niemand in dieser Intensität und Nähe im Angebot ist. Ja, wenn nichts anderes im Angebot ist, binden sich Kinder auch an sehr zweifelhafte Personen (und wieder: egal ob es sich um die eigenen Eltern handelt oder
...Mein Kind will mit Waffen spielen
- 02-12-2025
Eine spannende Frage, auch für mich. Ich selbst war als friedensbewegter junger Vater der 1980er Jahre da alles andere als locker, das traf besonders unser erstes Kind, den Simon, der wie die meisten anderen Kinder natürlich auch mit Waffen „stark“ sein wollte. Sorry Simon, Eltern mit einer moralischen Mission sind sehr anstrengend. Aber du hast bestimmt den einen oder anderen Schlupfwinkel gefunden. 😉 Ab Nummer zwei (Jo) waren wir dann lockerer:

Aber zu deiner Frage.
Kinder spielen im Spiel nicht einfach nur nach, sie verarbeiten dabei auch, was sie beängstigt und schlüpfen dazu auch gern in die Rollen derer rein, die „für Ordnung“ sorgen. So erleben sie sich als stark und können ihre innere Welt immer wieder als stimmig erleben: der Dieb ist im Gefängnis gelandet. Und klar braucht man dazu auch Spielzeug-Waffen.
Werden Kinder durch das Spielen von Gewaltszenen abgestumpft oder “erlernen“ gar, Gewalt auszuüben? Diese Sorge kannst du von der Liste streichen. Kinder werden nicht dadurch aggressiv, dass sie im Spiel Aggression ausüben. Im Gegenteil, sie lernen dabei, wie sich Aggression anfühlt, was diese innere Macht auch „tun“ kann, im positiven, wie im negativen Sinn. Sie spüren in der Aggressionsausübung auch ihre eigene Macht, gleichzeitig müssen sie aber auch damit
...Mein Kleinkind schläft einfach nicht ein
- 25-11-2025
Das ist so eine spannende Frage, Danke!
Seit etwa 20 Jahren berate ich Eltern zum Thema Schlaf. Am Anfang dieser Zeit entstanden viele Schlafprobleme (oder auch „Schlafstörungen“) dadurch, dass die Eltern den kleinen Kindern durch Schlaftrainings das vorenthielten, was sie für den Weg in den Schlaf unbedingt brauchen: das Gefühl von Sicherheit. Und das entsteht bei kleinen Kindern nun einmal dadurch, dass ihre Eltern ihnen beim Einschlafen Nähe geben.
Auch wenn Eltern dies heute beherzigen, geht bei manchen die Gleichung: Nähe = kuscheliges, problemloses Einschlafen nicht auf. Tatsächlich klagen überraschend viele Eltern über genau dasselbe Problem wie du: ich gebe meinem Kind Nähe, Schutz und Hülle, das volle Programm – und doch verbringe ich gefühlte Ewigkeiten mit – meist vergeblicher - Einschlafbegleitung. Irgendwie scheint all das meinem Kind auf der letzten Strecke in den Schlaf nicht viel zu helfen.
Ich will dir diese Frage auf zwei Arten beantworten – und es dir überlassen, was du davon mitnimmst. Denn ihr müsst euren Weg finden, also den Weg, der zu euerem „Familienuniversum“ samt seinen Abläufen und den Bedürfnissen der dort kreisenden „Planeten“ passt.
1Lass mich mit den „klassischen“ Antworten beginnen, zu dieser Schiene gibt es es ja einiges „im Netz“ (kein Wunder sagen mir Eltern häufig dann: das habe ich alles schon ausprobiert
...Die Kinder hören nicht. Die Stimmung ist Miserabel. Wir sind verzweifelt.
- 18-11-2025
Danke für die Offenheit! Lass mich das Bild nehmen, das mir da als Erstes in den Sinn kommt: Das klingt ein bisschen wie in einer Ehekrise. Auch da ist es doch so: Man begegnet sich ständig „auf dem falschen Fuß“, im Konflikt, mit enttäuschten Erwartungen und Vorwürfen. Die Verbindung ist irgendwie „weg“ oder sie ist zumindest angeknackst, jedenfalls: man spürt sie nimmer.
Und die Antwort darauf? Ist gar nicht so einfach! Jedenfalls ist da nichts dabei, von dem du erwarten würdest, dass in zwei Wochen alles wieder im Lot ist, oder? Du würdest dich eher auf einen Langstreckenlauf einstellen. Auf zwei Schritte vorwärts, einen zurück. Bestenfalls. Und dir wäre auch etwas zweites klar: Diesen Weg schaffen wir nicht mit Härte, Bestrafung oder den-anderen-Fortschicken. Man kann so eine „Verbindungskrise“ nicht einfach wieder „in Ordnung streiten“, das geht nicht.
Und das ist mit Kindern genauso. Vielleicht ist es da noch wichtiger, dass wir unsere Konflikte als „Verbindungskrise“ sehen. Denn während Erwachsene sich gegenseitig bewusst verletzen, manipulieren oder hintergehen ist das Verhalten der Kinder kein bewusstes, also im Sinne von: „Ich will meine Eltern verletzen oder zur Weißglut bringen“. Vielmehr ist es ein Verhalten aus der Not heraus. Die Kinder sind in dieser Rolle zutiefst unglücklich. In Wirklichkeit sehnen sie sich noch mehr nach Verbindung als ihr. Das heißt nicht, dass ihr nicht klar sein dürft und eure
...Mama Verreist: Kann ich meinem Kleinkind die Trennung zumuten?
- 11-11-2025
Danke, und wie verständlich, dass du dich mit dieser Entscheidung quälst!
Ich will versuchen, deinem Zwiespalt mit ZWEI Antworten gerecht zu werden. Oder, besser gesagt: zwei Perspektiven.
Die erste Perspektive: Es ist gut, dass du das alles bedenkst. Die Trennung wird für deine Tochter eine Belastung sein. Und natürlich fragst du dich da: Wie wird mein Partner unserer Tochter gerecht werden können, wenn sie sich bisher nur von mir nachts beruhigen lässt? Wird diese Erfahrung für meine Tochter vielleicht traumatisch sein und dann auch eine bleibende Verunsicherung hinterlassen? Ich verstehe deine Bedenken gut.
Die zweite Perspektive will ich öffnen, indem ich deine Frage ein kleines bisschen verändere. Sagen wir, es ginge jetzt nicht um eine Klassenfahrt. Vielmehr müsstest du dich einer Operation unterziehen und wärst für ein paar Tage weg von zuhause. Du hättest keine Wahl -würde das deine Bewertung verändern?
Was ich dann sagen würde? Das Gleiche. Ja, das wird eine ziemliche Belastung für deine Tochter sein, Trauer, Schmerz und Tränen eingeschlossen. Damit müsst ihr rechnen.
Ich würde dir dann aber trotzdem Mut machen wollen – und ein paar Dinge benennen, die dir vielleicht bei deiner Entscheidung helfen:
1.Was die Trennung mit deiner Tochter „in der Tiefe“ macht, hängt nicht an der Trennung selbst, sondern daran, in welchem Bindungssystem sie „aufgefangen“ wird. Hat sie einen ihr
...Soll ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?
- 28-10-2025
Das ist eine richtig gute Frage, denn damit quälen sich sehr sehr viele Eltern.
Impfungen „lohnen“ sich zur Vorbeugung generell, wenn sie gegen eine gefährliche Krankheit einen wirksamen Schutz bieten (die auf die Gesellschaft bezogenen Argumente von wegen „Herdenimmunität“ lasse ich hier mal außer Acht, sie haben sich bei Corona sowieso zerschlagen).
Handelt es sich bei Covid um eine gefährliche Erkrankung?
Da hat sich ein bisschen das Narrativ durchgesetzt: für Kinder nicht so schlimm, oder: „die Pandemie ist doch jetzt vorbei“.
Wenn es nur so einfach wäre. Ja, es stimmt, dass Kinder besser mit Covid zurechtkommen als Erwachsene. Aber Covid bleibt trotzdem auch für Kinder eine respektable Bedrohung. Was die Akutkrankheit angeht, ist Covid bei Kindern von der Schwere her etwa mit der Influenza-Grippe vergleichbar.
Schwerer wiegt das Risiko lang anhaltender Beschwerden (Long Covid), das aus vielen Gründen schwer zu schätzen ist, aber sich auf etwa 1 bis 4 Prozent der infizierten Kinder und Jugendlichen beläuft. Wenn man die einschneidende Natur dieser oft chronisch verlaufenden Erkrankung betrachtet, ist das eine ernst zu nehmende Last. Zudem scheinen Corona-Infektionen Kinder etwas anfälliger zu machen gegenüber Typ 1 Diabetes (und womöglich anderen Autoimmunerkrankungen). Das alles ist kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht schon.
Also impfen?
Wie schwer die Antwort fällt, zeigt der
...Kita-Eingewöhnung: Abbrechen oder Durchhalten?
- 21-10-2025
Danke, und hier gleich eine Zusammenfassung: Ich finde deine Entscheidung richtig. Wie gut, dass du auf dein Gefühl gehört hast.
Ganz ehrlich: ich bin erschüttert, wie sich die pädagogischen Fachkräfte hier verhalten haben. Manches davon ist den Umständen geschuldet – etwa dem Personalmangel und dass die Bezugserzieherin krank wurde. Beides macht dem Kind Stress und erschwert den Beziehungsaufbau.
Das Hauptproblem aber sehe ich in einem krassen Missverständnis, wie eine entwicklungsgerechte „Eingewöhnung“ aussieht.
1Erstens. Es geht um den Aufbau von Vertrauen – und das wurde enttäuscht. Eingewöhnung heißt: dein Kind gewöhnt sich an die zunächst fremden Menschen und Abläufe, so dass sie ihm keine Angst mehr machen. Wenn es gut läuft, macht dein Kind dabei immer wieder die Erfahrung: Das ist zwar anders als zu Hause, aber es bringt mich nicht in Not. Oder wenn ich mal Stress empfinde, dann komme ich da wieder raus, zum Beispiel mit Hilfe meiner neuen Bezugspersonen. Die Erwachsenen in der Kita halten hier offenbar Wache, dass mir nichts passiert und der Laden gut läuft. Dieser „Schutzpakt“ wurde gebrochen, und zwar mehrmals. Etwa dadurch, dass die Erzieherin dein Kind mit Gewalt zur Trennung von dir gezwungen hat – sie also „kalt“ in Not gebracht hat. Kein Wunder kann deine Tochter dem Projekt Kita dann nicht mehr trauen und sich dort sicher fühlen.
2Zweitens. Deine Tochter war eben nicht
...Demokratie am Limit – warum?
- 04-10-2025
Wer, der bei Sinnen ist, würde da mal locker für die ältere Generation schmerzhafte Entscheidungen durchsetzen wollen?
Die Stimmen der jungen Generation sind im Grunde: bedeutungslos.
Leider leben die Familien am linken Teil der Grafik.
Was lernen wir daraus? Die präsidentiale Demokratie hat Schwächen (siehe USA, z.B. dass man auch mal an menschlichen Abschaum gerät). Die parlamentarische Demokratie ist aber auch nicht ohne (z.B. wegen der „eingebauten“ Zukunftsblindheit).
Und : Wir müssen verstehen, warum es Menschen zu Autokratien zieht.
Das hat eben auch damit zu tun, dass derzeit gute Antworten oft fehlen. Die „Zeiten“ mit ihren vielen Krisen und wirtschaftlichen Auslaufmodellen sind derzeit so.
Ich meine - mal nur als Realitätscheck: dass irgendwann in einer alternden Gesellschaft weniger Geld für die Pflege der alten Menschen da sein wird, das ist so* (und wer meint der Geburtenabfall könnte realistischerweise "einfach so" ausgeglichen werden, lebt fern von der Realität, auch wenn der Versuch wünschenswert ist).
Und ja, Regierungen, die an der Altenpflege sparen, leben nicht lange (auch Diktaturen können das Problem nicht lösen, aber die kann man nicht abwählen ,-)
Dasselbe mit der Rente - ja, die wird mal neu organisiert werden müssen, no matter what. Unschön für egal wer dieses Kapitel des Buches dann aufschlägt ...
Was ich damit sagen will: Demokratie scheitert auch
...Buchrezension – Vorbildlich unperfekt von @marliesjohanna
- 18-09-2025
Ehrlich gesagt fühle ich mich ein bisschen im falschen Film, wenn ich mich jetzt in einer Community, die es sehr mit Inklusion, Achtsamkeit, Offenheit und konstruktiven Lösungen von Konflikten hat, dafür rechtfertigen soll, dass ich ein Buch bespreche, in dem es ganz zentral um die Frage geht, was Bedürfnisorientierung eigentlich bedeutet. Next step: Bücherverbrennung? Mit einer Regenbogenfahne im Hintergrund?
Und was ist eigentlich die Alternative? Dass wir jetzt die Rollläden runtermachen und nicht mehr weiter diskutieren über dieses Projekt „bedürfnisorientiert erziehen“? Bei diesem Projekt geht es doch eh hin und her, schließlich treffen sich hier sehr unterschiedliche Menschen. Oft mit einem komplett unterschiedlichen Lebenshintergrund.
One size fits all wird es da nicht geben.
Heißt das deshalb, dass ich die Art der Diskussion im Vorfeld gut fand? – im Gegenteil, ich finde persönliche Angriffe z.K. (zum Kotzen). Und wie sie jetzt alle in „Lager“ trennen, sehen wir ja in den sozialen Medien. Wäre vielleicht gut, wenn InfluencerInnen frühzeitig den eigenen Ärger direkt unter sich ausmachen, anstatt die eigenen Follower damit zu speisen?
Im Folgenden also ein paar Kommentare zu dem Buch von Frau Heckner (wir haben es auch intern viel diskutiert, danke Judith, danke Doro!). Ein Fazit aber gleich vorneweg: ich finde das Buch lesenswert. Anregend und (über die meisten Strecken) gut geschrieben. Auf die Teile,
...ADHS – eine Störung oder was?
- 06-08-2025
Moment einmal: Krankheit? Schon da scheiden sich nämlich die Geister. Für die einen ist ADHS ja ganz einfach ein Erziehungsfehler: Die Kinder sitzen zu viel vor dem Bildschirm, schlafen zu wenig und bekommen keine Grenzen gesetzt. Für die anderen liegt das Problem im Gehirn verankert – bei den betroffenen Kindern funktioniere das Gehirn anders, und das lasse sich mit medizinischen Geräten auch nachweisen. Wieder andere weisen darauf hin, dass das Problem möglicherweise daran liegt, dass die Welt heute nicht mehr so gut zu den Kindern passt – manche brauchen einfach ihren Auslauf und haben es mit dem neuen Programm ungebührlich schwer. Statt langen Stillsitzens bräuchten sie eher Spiel und Bewegung.
Für alle drei Annahmen lassen sich gute Belege finden (womit es eigentlich möglich sein sollte, weniger emotional über das Thema zu reden, aber das ist eine andere Geschichte …). So lassen sich tatsächlich bei manchen Kindern mit ADHS mit modernen Verfahren Veränderungen des Gehirns oder der dort wirkenden Neurotransmitter nachweisen (allerdings sind die Studien teilweise widersprüchlich, was aber nicht gegen diese These spricht). Hierzu könnte passen, dass sich bei etwa einem Drittel der mit ADHS diagnostizierten Kinder auch andere Auffälligkeiten in der Art des Denkens, der Wahrnehmung und des Verhaltens finden lassen (etwa Störungen der Feinmotorik, Teilleistungsstörungen, Tics oder Probleme im Bereich der sinnlichen Wahrnehmung).
...
Die unheimliche Geschichte Eines psychologischen Skandals
- 03-06-2025
...
PAS V: Zusammenfassung und Ausblick
- 02-06-2025
Zuerst einmal Danke an diejenigen, die diese riesige Arbeit unterstützt haben und unterstützen. Wer das auch machen will, kann sich die gesamte Serie als ansprechend gestaltetes eBook herunterladen:
Zu den im letzten Beitrag besprochenen Mythen und Fehlentwicklung seien heute diese hinzugefügt:
Fehlentwicklung 3: Entfremdungsvorwürfe als Mittel, um „Väterrechte“ geltend zu machen
Um Missverständnisse zu vermeiden, will ich hier meine eigene Position vorwegstellen. Väter sollen die gleichen Möglichkeiten haben wie die Mütter, ihre Beziehung zum Kind auch nach einer Trennung zu leben, zu gestalten und weiter zu entwickeln. Väter nehmen heute im Bindungsnetz des Kindes häufig eine unglaublich wichtige Position ein, sie sind inzwischen nicht selten auch die primären Bindungspersonen des Kindes. Das Anliegen und Recht der Väter, auch im Trennungsfall entsprechend für ihr Kind sorgen zu können, ist berechtigt, und ich unterstütze es voll und ganz. Und ja, auch Väter werden an Familiengerichten teilweise benachteiligt und entrechtet und ihrer mit dem Kind gelebten Beziehung beschnitten – teilweise wirkt hier noch der alte „Muttermythos“ nach (die Mutter als die
...Smartphone-Nutzung macht Kinder glücklicher und gesünder
- 13-05-2025
Und so sehen die Meldungen dann aus:
Screenshot von iphone-ticker.de
Ich wundere mich, wie kritiklos diese Botschaft verbreitet wird. Ich wundere mich deshalb, weil die zitierte Befragung diese Aussage gar nicht unterstützt.
Ein kurzer Blick auf die Studie: Ca 1500 Kinder von 11 bis 13 Jahren aus Florida/USA wurden per Fragebogen von einem Umfrageinstitut über ihre Mediennutzung und ihr Befinden befragt. Zudem machten deren Eltern Angaben zum sozialen Hintergrund der Kinder.
Verglichen wurden dann 2 Gruppen von Kindern: diejenigen, die ein Smartphone besitzen (fast 80 % der Kinder) und diejenigen, die keines besitzen.
Erstaunliche Ergebnisse
Hier die Ergebnisse, und ja, manche lesen sich vordergründig so, wie wenn es fast schon das Kindeswohl gefährde, wenn Kinder in diesem Alter KEIN Smartphone besitzen:
Der Besitz eines Smartphones geht offenbar auf allen Ebenen mit einem besseren Befinden und Verhalten einher.
Aber es wird noch wunderbarer.
Die Smartphonebesitzer*innen erleben laut dieser Umfrage WENIGER Online-Mobbing als die Kinder ohne...“Zu enge Bindung” – das Gift wirkt bis heute
- 06-05-2025
Wenn Kinderschutzmeldungen nicht zu treffen - und Eltern selbst den Scherbenhaufen zusammenkehren müssen
Vorweg: Gibt es alarmierende Gründe, ist eine nach § 8a SGB VIII an das Jugendamt adressierte Gefährdungseinschätzung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung der richtige Weg. Machen Fachpersonen eine solche Meldung, so müssen von mehreren Paar Augen geprüfte und gewichtige Anhaltspunkte vorliegen.
Aber was passiert, wenn eine Meldung gemacht wurde, die auf einer fachlichen Fehleinschätzung beruht? Ergibt eine Überprüfung der Kinderschutzfachkräfte im Jugendamt, dass keine Gefährdung vorliegt, wird die Akte zugeklappt und die Eltern entlassen. Für die Eltern aber geht der Fall weiter. Sie bleiben oft ohnmächtig zurück - mit dem Gefühl massiv angegriffen worden zu sein, ohne sich richtig wehren zu können. Das auch deshalb, weil manchmal weitere Institutionen in den Fall mit einbezogen werden und den Eltern damit das Stigma „kindeswohlgefährend“ anhaftet. All das zeigt, wie groß der Scherbenhaufen sein kann, der durch eine vorschnelle Kinderschutzmeldung entstehen kann.
Mir ist es passiert.
Als mit dem Kinderschutz vertraute Fachperson weiß ich: Wer Kinder hat, lebt mit dem Risiko, dass es zu einer Kinderschutzmeldung kommen kann. Schließlich kann jede*r eine solche Meldung machen – egal ob aus der Luft gegriffen, auf Verdacht oder aufgrund tatsächlicher
...Lasst uns zur Besinnung kommen!
- 22-04-2025
Zuerst einmal Danke an diejenigen, die diese riesige Arbeit unterstützt haben und unterstützen. Wer das auch machen will, kann sich die gesamte Serie als ansprechend gestaltetes eBook herunterladen:
Manchmal verzweifle ich regelrecht daran, wie wenig noch immer bekannt ist, welches Unrecht und Leid im Namen der hier aufzuarbeitenden Theorie angerichtet wurde und weiter wird. „Entfremdung“, „Bindungsintoleranz“, PAS oder EKE – der Vorwurf ist schnell gemacht. In der Praxis bekomme ich dann das mit:
Eltern haben sich getrennt, der Vater klagt nun vor dem Familiengericht, dass die Mutter das gemeinsame 3-jährige Kind von ihm „entfremde“, weil dieses nachts bei ihr im Bett schlafe. Das deute auf eine zu enge Bindung hin, das sehe auch der Kinderarzt so.
WHAT?
Oder:
Ein 18 Monate altes Baby. Die Eltern haben sich nach der Geburt getrennt, teilen auf Anordnung des Familiengerichts das Sorgerecht. Jetzt behauptet der Vater, der keinerlei Erfahrung mit kleinen Kindern hat, die Mutter stille das Kind „zu oft“. Und die Umgangspflegerin notiert: Das Stillverhalten sei in der Tat fragwürdig - weil die Mutter während eines Termins dem Kind zwei Mal die Brust gab.
WHAT?
Der faule Kern der Theorie
Ich will deshalb in diesem
...Bindungstheorie – gestern und heute
- 03-04-2025
Hier ein paar Spotlights zum heutigen Stand der Bindungsforschung (ich befasse mich damit ausführlich in meinem Buch "Kinder verstehen", dort sind auch die wissenschaftlichen Literaturhinweise enthalten).
Eins der Hauptprobleme ist die Kategorisierung in „sichere“ und „unsichere“ Bindungstypen. Zum einen ist die hierzu verwendete Untersuchungsmethodik (die “Fremde Situation”) aus mehreren Gründen mit Vorsicht zu interpretieren (sie ist deshalb aber nicht gleich “falsch”). Zum anderen sind Bindungstypen offenbar viel flexibler als früher gedacht („Bindungsstile“):
ein an seine Mutter sicher gebundenes Kind kann an seinen mitversorgenden Vater unsicher gebunden sein und umgekehrt. Und das kann im Verlauf auch wechseln. auch scheint es viel stärker auf die momentane Lebenssituation und die Passung der Temperamente anzukommen als früher gedacht: Ein und dieselbe Mutter/Vater kann zu einem Kind eine sichere Bindung, zu dessen Geschwisterkind aber eine unsichere Bindung haben. Und: heißt „sichere Bindung“ eigentlich, dass eine „unsichere Bindung“ gleich nachteilig oder gar krankhaft ist? Aus evolutionärer Sicht ist das nicht anzunehmen. Beides sind lebensstrategische Anpassungen .Auch hat die moderne Bindungsforschung sich schon längst vom „Muttermythos“ (die biologische Mutter als einzige oder bedeutsamste
...Die Bauchlage – das letzte Rätsel der Säuglingsforschung?
- 23-03-2025
Gleichzeitig kann die Bauchlage, das wissen wir aus zahllosen wissenschaftlichen Studien, auch riskant sein: Schlafende Säuglinge, die sich noch nicht selber auf den Rücken drehen können, haben in Bauchlage ein insgesamt höheres Risko, am Plötzlichen Kindstod zu versterben. Der ist heute insgesamt zwar selten, dennoch dürfte der generelle Ratschlag, die Bauchlage beim Schlafen zu vermeiden, Tausenden von Babys das Leben gerettet haben.
Um diese Frage wird es in loser Folge in den nächsten Monaten hier gehen. Mit der ersten Folge fange ich heute schon an, weil ich im Rahmen unserer Online Themenabende auf kinderverstehen.de demnächst einen Vortrag über den Plötzlichen Kindstod eingeplant habe. Und da wird es eben auch um das Rätsel der Bauchlage gehen. Deshalb dieser Beitrag als Einladung für die Interessierten 😉
Zurück zu dieser Serien über dieses „letzte Rätsel der Säuglingsforschung“, wie ich es gerne nenne. Denn: es ist wirklich vertrackt, das werden wir sehen. Wir werden die Bauchlage aus vielen Winkeln betrachten – aus dem medizinischen und entwicklungsneurologischen Winkel, aus dem Winkel der Verhaltensforschung (Humanethologie), aus evolutionärer und aus kulturvergleichender Sicht. Und dabei viele spannende Forschungsarbeiten zur Bauchlage des Säuglings
...Resilienz: Spannendes Konzept mit vielen offenen Fragen
- 03-02-2025
Das Fundament der kindlichen Entwicklung
Die Entwicklungspsychologie beschreibt die fundamentalen Kompetenzen, die ein Kind braucht, um für eine wandelbare Zukunft gerüstet zu sein:
das Kind muss lernen, mit sich selbst klar zu kommen. Dazu muss es seine eigene Gefühlswelt kennen lernen, seine Impulse und Emotionen in den Griff bekommen und generell lernen, sein Verhalten adäquat und zielgerecht zu steuern (Aufbau von Selbstkontrolle und exekutiver Funktionen) das Kind muss aber auch lernen, mit anderen Menschen klar zu kommen und als Gruppe gut zu funktionieren (Aufbau sozialer Kompetenz). Als Voraussetzung hierzu muss es eine "Theorie des Geistes" bilden, also lernen, sich in die Gedanken, Gefühle und Werte der anderen hinein zu versetzen und die Welt auch aus deren Perspektive zu sehen, zu begreifen und zu bewerten (und das nach und nach auch in moralischer Hinsicht). zudem muss das Kind lernen schöpferisch zu denken und zu handeln - also nicht nur kopieren, was schon da ist und was die anderen machen, sondern immer auch das Bestehende verändern und zu Neuem formen (Aufbau von Kreativität). und schließlich müssen Kinder innere Stärke aufbauen - also eine Art Rückgrat, das ihnen hilft, auch bei Gegenwind zu funktionieren, sich durch Widerstände nicht entmutigen zu lassen und Wunden, die auf dem Weg entstehen, heilen zu können. Diese Fähigkeit im Angesicht...Macht Euch endlich ehrlich!
- 10-12-2024
Zuerst einmal Danke an diejenigen, die diese riesige Arbeit unterstützt haben und unterstützen. Wer das auch machen will, kann sich die gesamte Serie als ansprechend gestaltetes eBook herunterladen:

Eine Anmerkung vorweg
Zuerst würde ich dieses Mal gerne ein paar Takte dazu sagen, warum ich mich mit der PAS-Theorie überhaupt so eingehend beschäftige. Ich lese in Kommentaren zu Teil 1 und Teil 2 dieser Reportage manchmal das: Dass Kinder im Sorgerechtsstreit manchmal einem Elternteil bewusst entfremdet würden, das sei nun einmal Fakt. Manchmal geht die Argumentation dann so weiter: … und deshalb sei es eigentlich egal, was für ein schräger Vogel die Theorie der Eltern-Kind-Entfremdung entwickelt habe.
Diese Argumentation wird in der Auseinandersetzung um den Stellenwert der PAS-Theorie schon seit Längerem verfolgt. Da wird dann zum Beispiel betont, man wisse ja nichts Konkretes über Gardners Leben, er sei ja wegen
...Gewalt gegen Kinder – hier wird dazu geraten
- 02-12-2024
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Die Zuschreibung einer Krankheit als Machtmittel
Wie wir in Teil 1 gesehen haben entwickelte der US-amerikanische Kinder- und Jugendpsychiater Richard Gardner seine PAS-Theorie bei seiner Tätigkeit als Gutachter in sorgerechtlichen Auseinandersetzungen, bei denen er vornehmlich der Pädophilie angeklagte Väter vertrat. Sein Standunkt in den allermeisten dieser Fälle: Die ablehnende Haltung der Mutter gegenüber einem Kontakt des Vaters mit dem Kind habe in Wirklichkeit ihren Ursprung darin, dass die Mutter an einer Störung leide. Er nannte sie Parental Alienation Syndrome - elterliches Entfremdungs-Syndrom. Im Rahmen dieser Störung würde die Mutter dem Kind durch eine Art „Gehirnwäsche“ einflüstern, den eigentlich geliebten Vater abzulehnen.
Und für dieses „Krankheitsbild“ hatte Dr. Gardner auch gleich eine Liste von „Diagnosekriterien“ parat – etwa dass das Kind die immer auch vorhandenen „positiven Seiten“ des
...“Sexueller Missbrauch ist nicht unbedingt traumatisch für ein Kind.“
- 24-11-2024
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Eine Reise in Abgründe
Ich habe in den letzten Jahren Hunderte von Stunden damit verbracht, die Theorie des Parental Alienation Syndromes (kurz PAS genannt) zu durchleuchten. Mich in die Werke ihres Erfinders einzulesen. Ich habe Schritt für Schritt nachvollzogen, wie die Theorie entstand. Wie der Erfinder vorging, um die Theorie glaubhaft zu machen. Und welches Ziel er letzten Endes mit seiner Ideologie verfolgte. Ich habe recherchiert, wie die Theorie nach Deutschland kam. Wer den Weg dafür bereitet hat. Und bis heute davon profitiert. Und wie es den Anhängern dieser Ideologie gelungen ist, diese absurde „Diagnose“ vor deutschen Familiengerichten salonfähig zu machen. Ob sie nun „elterliches Entfremdungssyndrom“ genannt wird oder „symbiotische Mutter Kind Bindung“ (letztere „Diagnose“ wird gerade in Deutschland seit Dr. Winterhoffs Intermezzo auf der deutschen Jugendhilfe-Bühne auch
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